Kölner Dom: Besucher müssen künftig zwölf Euro Eintritt zahlen
Die Ankündigung sorgte für Debatten: Wer den Kölner Dom besichtigen will, muss künftig zahlen. Anders sieht es bei Gottesdienstbesuchern aus.
Wer den Kölner Dom besichtigen will, muss ab 1. Juli zwölf Euro Eintritt zahlen. Das gaben die Kirchenverantwortlichen bekannt. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms gedeckt werden, wie das Domkapitel mitteilte. Für Gottesdienstbesucher sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleibt der Dom demnach kostenfrei.
Außerdem soll es eine ermäßigte Gebühr von sechs Euro unter anderem für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende oder Studierende geben. Kinder bis einschließlich 13 Jahren haben weiterhin freien Eintritt. Auch Menschen mit Schwerbehinderung samt Begleitung bleiben von der Gebühr befreit.
Ebenso gratis soll der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen bleiben. Zudem soll der Dom jährlich an bestimmten Tagen kostenfrei für alle sein: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag im Januar, am 1. Mai (Tag der Arbeit) und am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie zur Dreikönigswallfahrt.
Über den Nordeingang beim Hauptbahnhof können Menschen nach wie vor einen kleinen Bereich des Doms gratis zum Beten betreten. Über den westlichen Haupteingang müsse man das Ticket lösen. Ob Menschen am Nordeingang tatsächlich beten wollen, werde man nicht überprüfen, teilte das Domkapitel mit. Touristen machen Dompropst Guido Assmann zufolge etwa 99 Prozent der Dom-Besucher aus.
Bislang war der große Innenraum des Doms stets kostenlos zugänglich, Eintritt wurde aber bereits für die Schatzkammer oder auch den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt. Nun teilte das Domkapitel mit, dass seit 2019 sechs Jahre in Folge Minus gemacht worden sei. Über viele Jahre habe man das noch mit Rücklagen auffangen können. »Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind«, sagte Domrendant Clemens van de Ven. Der Domrendant ist der Leiter der Domrendantur, der Finanz-, Vermögens- und Personalverwaltung des Kölner Doms.
Die Ankündigung einer Eintrittsgebühr hat in Köln eine heftige Debatte ausgelöst. Befürworter verweisen darauf, dass andere Kathedralen wie der Mailänder Dom oder die Londoner St.-Pauls-Kathedrale ebenfalls Eintritt kosten. Gegner befürchten, dass der Dom seine Funktion als für alle zugängliches Herz der Stadt einbüßen wird, wenn der Besuch nicht mehr frei ist.
📌 Kaynak
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