ARD-Dialogprojekt: Miteinander reden - was bleibt davon?

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ARD-Dialogprojekt: Miteinander reden - was bleibt davon?

84 Teilnehmende für 84 Millionen Menschen: Beim ARD -Dialogprojekt "Was Deutschland verbindet" wurde zwei Tage über aktuelle Themen diskutiert. Was hat das ausgelöst und wie wirkt es nach? Von R. Mastrocola und K. Wilhelm. [ mehr ]

84 Teilnehmende für 84 Millionen Menschen: Beim ARD-Dialogprojekt "Was Deutschland verbindet" wurde an zwei Tagen über aktuelle Themen diskutiert. Was hat das ausgelöst und wie wirkt es nach?

Ein kleiner Schrebergarten am Waldrand, die Sonne strahlt auf den gut gepflegten Gemüseacker. Mike kniet an einem Hochbeet, schnippelt Grasbüschel, entfernt Unkraut: "So ein Rasenkantentrimmer wär' schon was Feines, aber: Kann ich mir nicht leisten."

Mike ist 64 Jahre alt, lebt mit seiner Frau in Freigericht-Altenmittlau, einem kleinen Ort östlich von Frankfurt am Main, ohne Bahnhof. Nach schwerer Krankheit musste er in Frührente, bezieht heute Grundsicherung und verdient als Bäcker noch etwas hinzu. Als einer von 84 Teilnehmenden war er bei der ARD-Dialogaktion "Was Deutschland verbindet" im Fernsehstudio des MDR in Leipzig eingeladen. "Jeder hat zugehört", sagt er.

Die 84 Teilnehmenden sollen symbolisch für die knapp 84 Millionen Menschen in Deutschland stehen. Es wurde darauf geachtet, dass alle Bundesländer vertreten sind, außerdem unterschiedliche Alters- und Berufsgruppen sowie Gemeindegrößen. Ziel war es, viele unterschiedliche Ansichten darzustellen. Über die Themen durften die Menschen selbst entscheiden, dazu wurden Vorgespräche am Telefon geführt, worauf sie sich aber genau eingelassen haben, war den 84 bis zum Beginn der Aufzeichnung nicht klar.

Auch Mike nicht, der eigentlich Michael Gowin heißt, sein Vater ist ein US-Amerikaner. Als junger Mann war er gut zwei Jahre lang bei der US-Armee als Fallschirmjäger. Heute würde er sich für die ukrainische Armee freiwillig melden, "wenn die mich noch nehmen würden", sagt er.

Beim ARD-Projekt traf er auf einen Pazifisten. Sie seien sich sympathisch gewesen, aber in der Sache sei man nicht zusammengekommen: "In meiner kleinen Welt würde ich sagen, er ist ein bisschen zart besaitet. Aber dann ist es so." Er erinnert sich an ein intensives Gespräch ohne Gehässigkeiten.

Mike war einer der Teilnehmenden am ARD-Dialogprojekt in Leipzig.

Die Bundeswehr empfindet Mike als wichtig. Bei der Diskussionsrunde in Leipzig hat er eine klare Haltung: "Da lernen die jungen Männer und Frauen Respekt und Disziplin, und das sind zwei Dinge, die in der heutigen Zeit komplett abgehen. Respekt und Disziplin gibt es überhaupt nicht mehr." Die jungen Menschen, die bei ihm in der Backstube arbeiten, gehörten einer "verlorenen Generation an", sagt er.

Mike bekommt für seine Aussagen einiges an Gegenwind. Doch das stört ihn nicht, im Gegenteil: "Irgendwie war ich froh, dass ich Kontra kriege und Antwort geben konnte ohne, dass es a

📌 Kaynak

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