Nord-Stream-Prozess: Die große Frage ist: Wer hat ihm den Auftrag erteilt?

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Nord-Stream-Prozess: Die große Frage ist: Wer hat ihm den Auftrag erteilt?

Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen 50-jährigen Soldaten aus Kyjiw. Doch der Prozess um die Nord-Stream-Sprengung könnte auch hochpolitisch werden.

Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen einen Ukrainer im Fall des Nord-Stream-Anschlags. Serhij K. wird beschuldigt, eine Crew angeführt zu haben, die die Pipelines in der Ostsee gesprengt hat. Der spektakuläre Sabotagefall seit dem Kalten Krieg wird vor Gericht verhandelt. Weitere Verdächtige sind identifiziert, darunter ein geflohener Tauchlehrer aus der Ukraine. Die Hintergründe und möglichen Auftraggeber des Anschlags bleiben weiterhin im Dunkeln.

Die Bundesanwaltschaft hat im Fall des Anschlags auf die Nord-Stream-Pipelines Anklage gegen einen 50-jährigen Ukrainer erhoben. Die Ermittler werfen Serhij K. vor, eine siebenköpfige Crew angeführt zu haben, die im September 2022 die Leitungen am Grund der Ostsee gesprengt haben soll. Er habe zivile Energieinfrastruktur angegriffen – nach dem Völkerstrafrecht ein Kriegsverbrechen. Außerdem habe er sich dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und der Zerstörung von Bauwerken schuldig gemacht.

Zum ersten Mal muss sich damit ein mutmaßlich Beteiligter der Nord-Stream-Anschläge vor Gericht verantworten, des spektakulärsten Sabotagefalls seit Ende des Kalten Krieges. Auf Nachfrage der ZEIT zu den Vorwürfen antworteten weder K. noch seine Anwälte. Er sitzt seit November vergangenen Jahres in Deutschland in Untersuchungshaft.

Serhij K. soll laut Anklageschrift in führender Funktion an der Geheimoperation beteiligt gewesen sein. Bis vor etwa elf Jahren soll er für den ukrainischen Geheimdienst SBU gearbeitet haben. Zum Zeitpunkt der Anschläge war er Soldat der ukrainischen Armee, wie sein Militärausweis zeigt, den die ZEIT einsehen konnte.

Im Spätsommer 2022 soll er mit einem Team aus vier Spezialtauchern, einem Sprengstoffexperten und einem Skipper mit einer gemieteten Segeljacht vom Typ Bavaria Cruiser 50, der Andromeda, zu den Nord-Stream-Pipelines gefahren sein. Dort, in etwa 80 Metern Tiefe, brachten die Taucher laut Anklage mehrere Sprengsätze aus einem hochexplosiven Gemisch aus Hexogen und Oktogen an. Am 26. September barsten drei Stränge der Pipeline. Die Bilder einer blubbernden Ostsee gingen um die Welt.

Nach den Anschlägen glaubten viele Politiker und Experten, der Fall würde wohl nie aufgeklärt werden. Zwischenzeitlich spekulierten einige Medien über eine mögliche Täterschaft russischer staatlicher Akteure, teilweise wurde auch die CIA beschuldigt. Die Pipelines sollten Deutschland mit russischem Gas versorgen, das Geschäft stoppte nach Russlands Überfall auf die Ukraine.

Die forensischen Spuren wiesen jedoch bald Richtung Ukraine, wie die ZEIT, das ARD-Magazin Kontraste und das ARD-Hau

📌 Kaynak

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