Sozialarbeit: Gewalt als Berufsrisiko

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Sozialarbeit: Gewalt als Berufsrisiko

In Stade wurden in einer Jugendhilfeeinrichtung sechs Menschen erschossen. Wer schützt diejenigen, die anderen helfen sollen? Und: Mehr Reservisten für die Bundeswehr

In Stade wurden sechs Menschen erschossen, der Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Die Tat ereignete sich in einer Jugendhilfeeinrichtung, wo der Täter auf Mitarbeiter feuerte. Berufsverbände fordern mehr Schutz für Sozialarbeitende, die oft Gewalt ausgesetzt sind. Das Regierungskabinett beschließt das Reservestärkungsgesetz, um die Zahl der Reservisten zu erhöhen. Zudem wurde das offizielle Porträt von Angela Merkel enthüllt, gemalt von Jérémie Queyras.

Am Montag wurden in Stade, einer Kleinstadt westlich von Hamburg, sechs Menschen erschossen. Der Verdächtige, ein 45-jähriger Mann, befindet sich in Untersuchungshaft. Die Tat ereignete sich in einer Jugendhilfeeinrichtung, in der die drei Monate alte Tochter des mutmaßlichen Täters sowie deren Mutter leben. Der Vater war eigentlich für einen Besprechungstermin vor Ort, als er das Feuer eröffnete. Er tötete sechs Mitarbeitende der Wohngruppe und des Jugendamts Hannover. Berufsverbände fordern nun einen besseren Schutz. Denn obwohl die Fachkräfte in diesen Einrichtungen eigentlich die dort untergebrachten Menschen schützen sollen, sind sie selbst immer wieder Gewalt ausgesetzt. Livia Sarai Lergenmüller aus dem Familienressort der ZEIT hat mit mehreren Sozialarbeitenden über ihren Berufsalltag sowie die damit verbundenen Gefahren gesprochen. Sie erklärt, wie diese Berufsgruppe besser geschützt werden kann und welche strukturellen Veränderungen dafür nötig sind.

Das Regierungskabinett hat das Reservestärkungsgesetz beschlossen, um die Zahl der fest eingeplanten Reservisten bis 2035 von derzeit 66.000 auf 200.000 zu erhöhen. Der Kern des Entwurfs ist mehr Verbindlichkeit: Die bisherige »doppelte Freiwilligkeit« entfällt. Künftig sollen Truppenübungen verpflichtend sein, Arbeitgeber müssen die Einsätze ihrer Beschäftigten in der Regel akzeptieren. Die jeweilige Übungsdauer richtet sich nach der früheren aktiven Dienstzeit. Nach der Sommerpause soll der Bundestag über die Pläne beraten.

Außerdem im Update: Gestern wurde das offizielle Porträt von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel enthüllt. Es wird in Zukunft in der Ahnengalerie des Kanzleramts neben all ihren Vorgängern hängen. Gemalt hat es der relativ unbekannte 28-jährige deutsch-französische Künstler Jérémie Queyras. Hanno Rauterberg aus dem Feuilleton der ZEIT berichtet, warum Merkels Wahl ausgerechnet auf Queyras fiel und wie er die ehemalige Regierungschefin auf der Leinwand in Szene gesetzt hat.

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