Antje von Dewitz und Sebastian Klein: »Privat mehrere Millionen anzuhäufen, ist immer unanständig«

📌 Diğer 📰 Zeit Online 🕐 2 gün önce
Antje von Dewitz und Sebastian Klein: »Privat mehrere Millionen anzuhäufen, ist immer unanständig«

Antje von Dewitz setzt auf Nachhaltigkeit, Sebastian Klein investiert in gemeinwohlorientierte Projekte. Im Podcast erzählen sie, wie wichtig Profit für sie ist.

Die Verteilung von Vermögen als Ursache gesellschaftlicher Probleme - so Sebastian Klein im Podcast Frisch an die Arbeit. Der Unternehmer gründete Blinkist, wurde Multimillionär und gab 90 Prozent seines Vermögens an gemeinwohlorientierte Initiativen. Antje von Dewitz hingegen betont im Podcast die Bedeutung von Profit für nachhaltiges Wirtschaften bei Vaude. Die aktuelle Podcastfolge wurde live beim Future Leader Summit im CCH aufgezeichnet, mit dem Thema "Führen mit Verantwortung". "Frisch an die Arbeit" erscheint alle zwei Wochen, moderiert von Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.

»Die Ursache von fast allen größeren gesellschaftlichen Problemen liegt darin, wie wir Vermögen verteilen«, sagt Sebastian Klein im Podcast Frisch an die Arbeit. Der 44-jährige Unternehmer hat 2012 zusammen mit Freunden die App Blinkist gegründet, die Sachbücher in kurzen Texten zusammenfasst. »Mein größter Wunsch war damals, möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen.«

Mit dem Verkauf der App wurde Klein im Jahr 2023 zum Multimillionär. Der plötzliche Reichtum habe ihn verändert, sagt er. »Ich wollte immer mehr. Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich entferne mich dadurch von Menschen und einfachen Freuden, die eigentlich viel wichtiger sind im Leben.« Klein gründete die Investmentfirma Karma Capital und gab 90 Prozent seines Vermögens an kleine, gemeinwohlorientierte Initiativen, die nicht profitorientiert sind.

Für Antje von Dewitz ist Profit hingegen »überlebenswichtig«, wie sie im Podcast sagt. »Ich bin auf Profit angewiesen, er erlaubt mir, nachhaltig zu wirtschaften und nicht auf Ausbeutung zu setzen, wie andere Unternehmen.« Sie hat das Familienunternehmen Vaude im Jahr 2009 von ihrem Vater übernommen – eine Firma, die Outdoor- und Bergsportartikel verkauft. Von Dewitz richtete die Firma auf Nachhaltigkeit aus, nach eigenen Angaben achtet sie auf faire Arbeitsbedingungen und transparente Lieferketten.

Im Podcast spricht die 53-Jährige darüber, wie schwierig es am Anfang war, ihre Ideen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen durchzusetzen. Auch berichtet sie über ihre Erfahrungen als Frau in einer Führungsposition. Am Anfang sei die Belegschaft skeptisch gewesen, erzählt sie. Da seien Fragen gekommen wie: Weiß dein Vater, was du da machst? Doch die soziale Verantwortung des Unternehmens sei ihr immer wichtig gewesen. Für ihr Engagement bekam sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2024 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

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