Ist das, was wir über Sonnencreme wissen, falsch?
Mit Sommerbeginn kursieren auch die Warnungen vor gefährlichen Sonnenschutzprodukten wieder. Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim analysiert diese Behauptungen – und berichtet über neue Erkenntnisse
Mit Sommerbeginn kursieren auch die Warnungen vor gefährlichen Sonnenschutzprodukten wieder. Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim analysiert diese Behauptungen – und berichtet über neue Erkenntnisse
"Was ihr über Sonnencreme wisst, ist falsch. Und ich bin mit schuld." So beginnt das neueste Video der Chemikerin, Wissenschaftsjournalistin und Moderatorin Mai Thi Nguyen-Kim auf ihrem Youtubekanal MAITHINK X. Bereits nach wenigen Stunden online ist es rund 160.000 Mal angeklickt worden. Die neuen Informationen dürften brisant sein. Sie hat sogar ein früheres ihrer Videos zum Thema gelöscht, sagt sie im Intro.
Das ist eine starke Ansage der Moderatorin, die bekannt ist für ihre niederschwellige, humoristische und gleichzeitig tiefgehende und seriöse Wissenschafts-Vermittlung. Was also steckt dahinter? Das zeigt ein Deep Dive in das Thema, das Nguyien-Kim in gewohnt professioneller Art und Weise Schritt für Schritt aufbereitet.
Als Erstes gilt es zu verstehen, wie Sonne die Haut eigentlich schädigt. Das geschieht durch die ultraviolette oder UV-Strahlung. Sie umfasst den Wellenlängenbereich von 100 bis 400 Nanometer und ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung. Mit dem freien Auge ist sie nicht sichtbar. UV-Strahlung unterteilt sich wiederum in UVA- und UVB-Strahlung (und UVC, die aber nicht bis auf die Erde gelangt), die beide auf die Haut wirken.
UVB-Strahlung wirkt vor allem oberflächlich, sie löst den Sonnenbrand aus. Die UVA-Strahlung dringt tiefer in die Dermis ein und wirkt dort auf Kollagenfasern und Bindegewebe. Das beschleunigt die Hautalterung, Falten und Pigmentveränderungen werden befördert. Beide Arten von UV-Strahlung schädigen die Haut langfristig so stark, dass dadurch Krebs entstehen kann. Dieser Einfluss ist nachhaltig, man kann ihn nicht rückgängig machen, und er summiert sich auf.
Jeder Mensch hat dabei, je nach Hauttyp, eine gewisse Eigenschutzzeit. Der beruht auf dem Melanin, einem körpereigenen Farbpigment, das auch die Hautfarbe bestimmt. Wer mehr Melanin hat, kann länger in der Sonne bleiben.
Manchmal hört man deshalb, man könne sich einen UV-Schutz "anbräunen". Immerhin regen Sonnenstrahlen die Melaninproduktion an, die sich dann als Bräune zeigt. In den 1990er-Jahren war es deshalb eine gelebte Praxis, die Haut auf den Sommer "vorzubereiten", indem man ein paar Mal ins Solarium gegangen ist. Dieser Ansatz der langsamen und natürlichen Bräunung, die dann schützt, ist immer noch im Netz zu finden. Viel öfter stößt man aber auf die Aussage, dass jede Art von Bräunung bereits eine Schädigung de
📌 Kaynak
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