Spritbonus und Steuersenkung: Viel Aufwand für wenig Wirkung
Die aktuellen Maßnahmen sollen entlasten, bringen aber wenig. Wer die Inflation nachhaltig senken will, muss weg von fossilen Brennstoffen
Die aktuellen Maßnahmen sollen entlasten, bringen aber wenig. Wer die Inflation nachhaltig senken will, muss weg von fossilen Brennstoffen
Mit ihren jüngsten Entlastungsmaßnahmen hat sich die Regierung viel berechtigte Kritik eingehandelt: Die Spritpreisbremse förderte Autofahrer mit der Gießkanne – ohne Rücksicht auf den individuellen Bedarf. Die Senkung der Mehrwertsteuer verursacht bei Händlern einen enormen Aufwand und bringt den Konsumenten kaum Ersparnis.
In Verteidigung ihrer Maßnahmen folgt die Regierung einem einhelligen Mantra: Die Summe der Vorhaben würde dazu führen, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) in diesem Jahr weniger stark steigt. Das sei zentral, zumal sich am VPI viele weitere Preise orientieren – etwa jene für Mieten und Versicherungen. Nicht zuletzt betrifft das Lohnkosten für Unternehmen, die unter einer im internationalen Vergleich hohen Inflation leiden.
Die Regierung hat mit diesem Argument einen Punkt, allerdings muss man ihn etwas relativieren. Je nach Berechnung gehen Ökonomen davon aus, dass die Maßnahmen die Inflation um rund einen Zehntelprozentpunkt drücken. Das ist nicht nichts, allerdings erhöht der Staat gleichzeitig anderswo Gebühren und neutralisiert so die Wirkung. Das hat die Oesterreichische Nationalbank jüngst berechnet.
Wer die Inflation nachhaltig senken will – auch im Vergleich zu anderen Staaten –, muss tiefer ansetzen. Entscheidend wäre vor allem eine schnellere Unabhängigkeit von fossiler Energie, die wir teuer importieren. Die monatlichen Inflationszahlen erinnern uns verlässlich daran. (Jakob Pflügl, 1.7.2026)
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