Andreas Pfisterer: Deutsche Glasfaser entgeht Insolvenz und entlässt seinen Chef
Deutsche Glasfaser entgeht knapp der Insolvenz und entlässt seinen CEO, ohne einen Nachfolger zu haben. ( Deutsche Glasfaser , Glasfaser )
Deutsche Glasfaser baut in turbulenten Zeiten seinen Vorstand um und trennt sich von seinem Chief Executive Officer Andreas Pfisterer. Das gab der Netzbetreiber am 1. Juli 2026 bekannt(öffnet im neuen Fenster). Pfisterer werde das Unternehmen nach einer kurzen Übergabephase noch im Laufe des Sommers verlassen, erklärte der Netzbetreiber. Einen Nachfolger habe man bislang nicht.
Deutsche Glasfaser hatte zuvor seine Refinanzierung mit Bestätigung durch den London High Court abgeschlossen. Weil die ursprünglichen Kreditverträge nach englischem Recht formuliert waren, war der London High Court für dieses Verfahren zuständig. Der High Court hatte einem milliardenschweren Restrukturierungsplan (Scheme of Arrangement) der Deutschen Glasfaser zugestimmt. Das englische Gericht bewahrte laut den Insolvenzrechtsexperten der Kanzlei South Square(öffnet im neuen Fenster) den Netzbetreiber vor einer drohenden Insolvenz, nachdem am 30. Juni 2026 Zinszahlungen in Höhe von 162 Millionen Euro fällig wurden, die das Unternehmen aus eigener Kraft nicht hätte bedienen können.
Die finanzierenden Banken schossen 400 Millionen Euro Kapital nach. Die Eigentümer, die schwedische Investitionsgruppe EQT und dem kanadischen Pensionsfonds Omers steuern im Zuge der Einigung weitere 845 Millionen Euro an neuem Eigenkapital bei. Man sehe sich damit "durchfinanziert bis Mitte der 2030er Jahre", erklärte Deutsche Glasfaser.
Zugleich gab es weitere personelle Änderung in der Geschäftsleitung. Im April und Mai konnte Deutsche Glasfaser den renommierten Gerhard Mack als Chief Operating Officer und Dietmar Pöltl als Chief Roll-out und Activation Officer gewinnen. Auch der Posten des Finanzchefs wird nach erfolgreichem Abschluss der Refinanzierung im Laufe des Jahres neu besetzt werden. Einen Nachfolger für den CEO hat man bisher nicht. Jens Schulte-Bockum, bis 2015 Chef von Vodafone Deutschland, soll als Executive Chairman des Advisory Committee einspringen. Er ist seit 2016 Advisor Advisor bei EQT.
Das Unternehmen werde in den kommenden Jahren die noch laufenden Ausbauprojekte abschließen und sich dann vollständig auf die Versorgung der Kunden in ihrem Netzgebiet konzentrieren, erklärte Deutsche Glasfaser. Jährlich stünden "mehrere Hundert Millionen Euro" für den Ausbau von Kundenanschlüssen und Service zu Verfügung.
📌 Kaynak
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