Erbschaftsteuer: »Ich wäre ja, Verzeihung, bescheuert, wenn ich das nicht tun würde«
Seit Langem überträgt der Mittelständler Karl Haeusgen Firmenanteile an seine Kinder, damit diese keine Erbschaftsteuer zahlen müssen. Richtig findet er das nicht.
Karl Haeusgen, Aufsichtsratschef von Hawe, äußert sich kritisch zur Erbschaftsteuer und plädiert für Reformen, um Unternehmensvermögen zu sichern. Er selbst nutzt steuerliche Optimierungen, um die Unternehmensanteile an seine Kinder zu übergeben. Haeusgen fordert eine gerechtere Regelung, die finanzielle Ungleichheit nicht weiter verstärkt. Er schlägt vor, Freibeträge zu erhöhen und Stundungsregelungen auszubauen, um die Belastung für Unternehmen zu verringern. Der Mittelstand könnte von einer Reform profitieren, wenn alle Beteiligten ihren Beitrag leisten.
Karl Haeusgen (60) ist Aufsichtsratschef und größter Aktionär des Hydraulikunternehmens Hawe aus München, das rund 2.700 Mitarbeiter beschäftigt und einen Jahresumsatz von einer halben Milliarde Euro erzielt. Er war Chef des als konservativ geltenden Maschinenbauverbands VDMA und ist seit vergangenem Jahr Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, obwohl er selbst kein Parteimitglied ist. Haeusgen hat drei Kinder und lebt in München.
DIE ZEIT: Herr Haeusgen, die Erbschaftsteuer triggert den deutschen Mittelstand. Viele Firmenchefs fürchten, dass das Bundesverfassungsgericht eine umfassende Reform verlangt. Sie auch?
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