Verborgenes Wissen: Wie KI dabei hilft, historische Chiffren zu knacken
Rund ein Prozent der Schriften, die sich in Archiven und Bibliotheken befinden, sind verschlüsselt. Forscher:innen arbeiten jetzt daran, neue KI-Systeme zu entwickeln, um vergessene Geheimnisse offenzulegen. weiterlesen auf t3n.de
Rund ein Prozent der Schriften, die sich in Archiven und Bibliotheken befinden, sind verschlüsselt. Forscher:innen arbeiten jetzt daran, neue KI-Systeme zu entwickeln, um vergessene Geheimnisse offenzulegen.
Schriftliche Überlieferungen geben Einblick in längst vergangene Zeiten. Aber nicht alle konnten bisher gelesen werden. Einige wurden sogar bewusst verschlüsselt, darunter ein handgeschriebenes Buch mit rätselhaften Symbolen, das seit mehr als 400 Jahren ungelesen in der Vatikanischen Bibliothek lag. Eine Notiz auf der Innenseite des Einbands deutet darauf hin, dass es geheime Heilmittel enthält – Wissen, das damals geheim gehalten wurde, um dem Verdacht der Hexerei zu entgehen. Wie die BBC berichtet, helfen neue KI-Modelle Forscher:innen jetzt dabei, Codes wie diesen zu knacken.
Schätzungen zufolge sind rund ein Prozent aller Materialien in Archiven und Bibliotheken weltweit vollständig oder teilweise verschlüsselt. Diese historische Chiffren variieren allerdings stark in ihrer Komplexität: Einfache Systeme ersetzen Symbole durch einzelne Buchstaben, während schwierigere Varianten teilweise bedeutungslose Ablenkungssymbole einbauen, um eine Entschlüsselung zu verhindern. In manchen Fällen ist außerdem nichts über die Originalsprache bekannt. Das macht die Forschung auch heute noch zu einem aufwendigen Prozess, der oft auf Versuch und Irrtum beruht.
„Es ist wie Detektivarbeit, bei der jedes Symbol, jedes Muster und jede Teillösung uns den Geheimnissen einer Person und einer verlorenen historischen Welt näherbringen kann”, sagt Beáta Megyei, Professorin für Computerlinguistik an der Universität Stockholm. Trotz KI-Unterstützung sei die Entschlüsselung des Werkes aus der Vatikanischen Bibliothek mühsam gewesen. Gemeinsam mit ihrem Team will sie jetzt dafür sorgen, dass sich die Technologie noch effizienter einsetzen lässt. „Das eröffnet spannende Möglichkeiten für seltene und nicht standardisierte Schriftsysteme”, so die Forscherin.
📌 Kaynak
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