„Es braucht einen Mind-Shift“: Greenpeace fordert mehr Ethik bei Cloud-Anbietern

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„Es braucht einen Mind-Shift“: Greenpeace fordert mehr Ethik bei Cloud-Anbietern

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Greenpeace fordert große Cloud-Anbieter dazu auf, dass sie sich selbst und die Nutzer ihrer Dateninfrastruktur an ethische und ökologische Richtlinien halten sollen. Warum das auch ein Argument für technologische Souveränität Europas ist.

Mit Ethik und Moral nehmen es einige Kunden von Cloudinfrastruktur nicht so genau: In ihrem Report „Amazon’s Toxic Web Services“ hat die Organisation Greenpeace die Kundenbeziehungen des größten Cloudanbieters AWS analysiert. Demnach zählen zu den Nutzern beispielweise JBL, Brasiliens größter Fleischkonzern, der Regenwald im Amazonas-Gebiet abholzt und Menschenrechte missachtet, oder Palantir, deren Software zur polizeilichen Ermittlung in der Kritik steht und in Verbindung mit Überwachung und Menschenrechtsverletzungen steht. Dazu komme außerdem die US-Firma Anduril, die autonome Waffensysteme herstellt.

Mithilfe von Ausschlusslisten, die der norwegische Staatsfonds (Norges), die Umweltorganisation Urgewald und die niederländische NGO PAX nutzt, hat Greenpeace die Kundenbeziehungen abgeglichen. Urgewald legt den Fokus auf Unternehmen, deren Geschäftstätigkeiten dem Klimaschutz entgegenstehen. PAX befasst sich mit der Rüstungs- und Tech-Industrie. Insgesamt habe Greenpeace auf dieser Basis mit 263 Unternehmen mindestens 70 Firmen ermittelt, die bereits bei Norges für Finanztransaktionen auf einer Ausschlussliste stehen. Darüber hinaus gebe es Kundenbeziehungen zu mindestens 100 Firmen, die Urgewald und PAX als kontrovers oder als „high concern“ einstufen. Mit dieser Analyse fordert Greenpeace von AWS und anderen Anbietern von Cloudinfrastruktur, ihre Leistungen für solche Firmen nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Im Gespräch erzählt Mauricio Vargas, Finanz- und Wirtschaftsexperte bei Greenpeace, was die Organisation über die Offenlegung der Firmenbeziehungen hinaus erreichen will.

MIT Technology Review: Der Report „Amazon’s Toxic Web Services“ ist zunächst auch eine Kritik an den Geschäftsmodellen von einigen der AWS-Kunden. Warum gehen Sie die nicht direkt an?

Mauricio Vargas: Das eine schließt ja das andere nicht aus. Wir wenden uns mit unserer Kritik an AWS, weil diese umstrittenen Geschäftsmodelle der Kunden in der Regel nur deswegen möglich sind, weil es die sogenannten Enabler wie AWS beziehungsweise Amazon, gibt. Sie ermöglichen mit ihrer technischen Infrastruktur Geschäftspraktiken, für die AWS als Enabler auch die Verantwortung trägt. Dieses Ermöglichen nicht als neutralen Prozess darzustellen, sondern die damit verbundene Verantwortung auch sichtbar zu machen, das ist das Anliegen unseres Reports.

Jenny

📌 Kaynak

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