Zensur in Russland: »Am besten den ganzen Verlag verbrennen«

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Zensur in Russland: »Am besten den ganzen Verlag verbrennen«

Der russische Staat verbannt Bücher und macht die Literatur zu seinem größten Feind. Unter Verlagen, Autoren und Lesern herrscht nackte Angst.

In Russland herrscht ein Klima der Zensur und Repression gegenüber Autoren und Verlagen, die als gefährlich für die Regierung gelten. Schreiben, lesen oder sogar nur nach bestimmten Inhalten suchen kann zu Haftstrafen führen. Selbstzensur ist zur Norm geworden, um Strafverfolgung zu entgehen. Die Regierung kontrolliert nicht nur die Veröffentlichung von Büchern, sondern auch den Umgang mit ihnen, bis hin zur digitalen Kennzeichnung von E-Books. Die russische Literaturszene im Exil kämpft gegen diese Repression an und bringt verbotene Werke zurück ins Land, um die Erinnerung und das Denken am Leben zu erhalten.

Filipp Dzyadko, 1982 in Moskau geboren, ist TV-Moderator und Schriftsteller; er lebt in Deutschland im Exil.

Alexander Estis, 1986 in Moskau geboren, lebt als Schriftsteller in der Schweiz.

Einen Monat nachdem Russland in die Ukraine einmarschiert ist, im Frühjahr 2022, treten der Unternehmer Dmitrij Silin und die Anwältin Anastasija Rudenko in der russischen Stadt Iwanowo auf die Straße. Sie halten Bücherkartons in den Händen. In den Kartons befinden sich einige Dutzend Buchexemplare von Tolstois Hadschi Murat sowie Orwells Farm der Tiere und 1984, die sie kostenlos an die Passanten verteilen. Sie sagen: Man muss es tun, solange es noch nicht verboten ist. Und tatsächlich – Bücher, Autoren, Verlage und sogar Leser sind im heutigen Russland mit einem Gewirr an Verboten konfrontiert.

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