Mathias Döpfner und Friedrich Merz: »Aufgebauscht«
Hat der Chef des Springer-Verlags den Bundeskanzler bedroht? Ein neuer Podcast beginnt mit einem journalistischen Auffahrunfall – und einer recht krassen Entschuldigung.
Der politische Podcast "Wenn Sie wüssten ..." sorgte mit angeblichen Drohungen des Springer-Chefs gegenüber dem Bundeskanzler für Aufsehen. Nachdem die erste Folge für Diskussionen sorgte, musste die zweite Folge zentrale Aussagen zurücknehmen. Die Journalisten entschuldigten sich für die Verbreitung nicht verifizierbarer Zitate und das Aufbauschen der Recherche. Trotz der Korrektur bleibt der Verdacht einer Einflussnahme von Döpfner auf Merz bestehen, während das Bundeskanzleramt das Treffen zwischen den beiden bestätigt hat. Die Hysterie um die angeblichen Drohungen wirft weiterhin Fragen auf, auch wenn der Podcast nun versucht, die Fehler zu korrigieren und andere Aspekte der Recherche zu verteidigen.
Was hat er denn nun wirklich gesagt? Der neue politische Podcast Wenn Sie wüssten … hatte vor einer Woche behauptet, dass der Vorstandschef und Miteigentümer des Springer-Verlags dem Bundeskanzler gedroht haben soll. Mathias Döpfner soll am Ende eines eskalierenden Vieraugengesprächs zu Friedrich Merz gesagt haben: »Das werden sie noch bereuen.«
Auslöser für diese angebliche Drohung sei ein wiederholtes Nein des Bundeskanzlers zu einer Koalition mit, einer Duldung durch oder eine CDU-Minderheitsregierung von Gnaden der AfD gewesen. In dem Gespräch zu Beginn dieses Jahres soll Merz seine Haltung sogar verstärkt haben: »Nur über meine Leiche«, soll er gesagt haben. Der Springer-Chef sei darüber erbost gewesen, was wiederum bei Merz das Gefühl einer publizistischen Bedrohungslage verstärkt haben soll. Denn im Springer-Verlag erscheinen bekanntlich Bild und Welt. Deren redaktionelle Linie ist für jeden Bundeskanzler bedeutsam, sie prägen nun mal die öffentliche Meinung über eine Regierung wesentlich mit.
📌 Kaynak
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