Nigel Farage: Nigel Farage tritt zurück – und gleich wieder an
Der Chef der neurechten Partei Reform UK stolpert über einen Spendenskandal. Die größere Gefahr für ihn ist aber: Seine politischen Gegner lernen von ihm.
Nigel Farage tritt zurück, um gleich wieder anzutreten, nachdem Enthüllungen über Geldgeschenke und Verbindungen zu Wettbetrügern aufgetaucht sind. Trotziger Abgang vor weiteren Untersuchungen des Parlaments. Farage will die Wähler entscheiden lassen, ob er im Amt bleiben soll. Sein Nimbus als Anti-Establishment-Politiker schwindet, während Labour und Tories radikale Veränderungen versprechen. Die Luft entweicht aus der Marke Farage, während die etablierten Parteien von seinen Fehlern lernen und ihm Konkurrenz machen.
Jetzt bleibt ihm nur noch die Flucht in den Kaninchenbau. Tiefer, immer tiefer schraubte sich Nigel Farage am frühen Dienstagnachmittag in einer zornigen Rede in seine Anklage. Das Establishment, behauptete er, mache mit unlauteren Mitteln Jagd auf ihn. Dann erklärte der Anführer der neurechten Partei Reform UK seinen Rücktritt als Unterhaus-Abgeordneter – und gleichzeitig seine Kandidatur. Bei der Nachwahl, die sein Rücktritt auslösen wird, will er gleich wieder antreten.
Diesem trotzigen Auftritt waren wilde politische Tage vorausgegangen. Am Wochenende hatte die Sunday Times über eine enge persönliche und finanzielle Verbindung Farages zu einem vorbestraften Wettbetrüger berichtet. Es ist der zweite Fall, in dem der Verdacht besteht, dass Farage beträchtliche Geldgeschenke und geldwerte Vorteile dem Parlament regelwidrig nicht berichtet hat. Das Parlament kündigte an, eine weitere Untersuchung gegen Farage einleiten zu wollen. Einer möglichen Absetzung als Abgeordneter kam er nun zuvor, indem er selbst den Sitz in Westminister räumte.
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