Prozess in Berlin: Palliativarzt wegen 15-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt
Weil er mindestens 15 Patienten getötet hat, muss ein Palliativarzt lebenslang in Haft. Die Opferzahl könnte aber noch weitaus höher sein, es gibt weitere Ermittlungen.
Palliativarzt in Berlin zu lebenslanger Haft verurteilt wegen 15 Morden, Sicherungsverwahrung und Berufsverbot verhängt. Angeklagter gesteht kurz vor Prozessende zwölf Morde und entschuldigt sich bei den Angehörigen. Staatsanwaltschaft ermittelt in 76 weiteren Fällen, Psychiaterin hält Arzt für voll schuldfähig. Motiv des Arztes bleibt unklar, möglicherweise Machtgefühl und Selbstunsicherheit als Ursache. Ermittlungen begannen durch Brände, die der Arzt legte, um Tötungen zu vertuschen, möglicherweise größte Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte.
Wegen Mordes in 15 Fällen hat das Landgericht Berlin einen Palliativarzt zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest, ordnete Sicherungsverwahrung an und verhängte ein lebenslanges Berufsverbot gegen den Mann.
Der 41-jährige Arzt sitzt seit August 2024 in Untersuchungshaft. Lange hatte er zu den Vorwürfen geschwiegen, kurz vor Prozessende gestand er dann zwölf der 15 Morde, die ihm die Anklage vorwarf. »Ich bin erst jetzt in der Lage, mein Handeln zu erklären, und übernehme die Verantwortung für meine Taten«, sagte er. Er habe sich eingeredet, das Richtige zu tun und Patienten »Leid und Siechtum« zu ersparen. »Bei allem habe ich gedacht, das sei das Beste für alle.« Er bat die Angehörigen seiner Opfer um Entschuldigung.
Es gibt den Verdacht, dass der Palliativarzt noch weit mehr Menschen getötet haben könnte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in 76 weiteren Fällen und geht von einer weiteren Anklage aus. Der Beschuldigte kündigte an, sich in einem weiteren Verfahren deutlich früher äußern zu wollen.
Im jetzt zu Ende gegangenen Verfahren ging es um den Tod von zwölf Männern und drei Frauen zwischen September 2021 und Juli 2024. In der Anklage hieß es, der Mediziner habe diese jeweils ohne »medizinische Indikation und ohne deren Wissen und Zustimmung« getötet, indem er ihnen ein tödliches Medikamentengemisch verabreichte. Das jüngste Opfer war 25 Jahre alt, das älteste 94. Die Opfer waren zwar alle schwer krank, ihr Tod stand laut Anklage aber nicht unmittelbar bevor.
Eine psychiatrische Sachverständige hatte im Prozess gesagt, dass der Angeklagte ihrer Einschätzung nach voll schuldfähig sei. Es lasse sich keine relevante Erkrankung feststellen. Der 41-Jährige hatte eine Begutachtung durch die Sachverständige abgelehnt, diese musste durch ihre Eindrücke aus dem Prozess zu ihrer Einschätzung kommen.
Die Frage des Motivs sei in seiner Erklärung offengeblieben, sagte die Gutachterin. Festzustellen sei eine Selbstunsicherheit, die bereits in der Kindh
📌 Kaynak
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