Olympia in Hamburg: »Wir mussten auch, nun ja, sehr viele Missverständnisse ausräumen«

📌 Diğer 📰 Zeit Online 🕐 2 gün önce
Olympia in Hamburg: »Wir mussten auch, nun ja, sehr viele Missverständnisse ausräumen«

Hamburgs verlorene Olympia-Entscheidung zeigt auch: Wer Menschen mitnehmen will, muss wissen, wohin.

Die gescheiterte Olympia-Bewerbung Hamburgs zeigt, wie Städte im globalen Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Kapital agieren. Die Elite setzte auf Massenunterstützung, um die enormen Kosten zu rechtfertigen und Legitimation zu erlangen. Trotzdem war das Projekt nur in den reichsten Stadtteilen mehrheitsfähig. Die pro-olympische Kampagne setzte auf Werbedruck statt Argumente und missachtete die Vielfalt der Stadtgesellschaft. Die fehlende Vision und Einigkeit innerhalb der politischen und wirtschaftlichen Koalitionen führte letztendlich zum Scheitern des Vorhabens.

Für den US-amerikanischen Stadtgeografen und Sozialwissenschaftler John Rennie Short, der 16 Jahre vor dem gescheiterten Referendum des Hamburger Senats eine hellsichtige Olympia-Analyse schrieb, hatte die Ausrichtung der Spiele wenig mit Sport zu tun. Es ging für ihn um »boosterism«, also eine Art Gigantismus im Stadtmarketing. Städte werden dabei von ihren politischen Führungen nicht als Orte einer zu gestaltenden Lebenswirklichkeit aufgefasst, sondern als im Wettbewerb befindliche globale Akteure, die im Kampf um Wachstumschancen unablässig um Aufmerksamkeit und Kapital konkurrieren. »Gastgeber der Spiele zu sein«, schrieb Short, »verschafft den städtischen Eliten Anreiz und Gelegenheit, ihre Städte in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Umfeld neu aufzustellen.« Dafür benötigten sie »eine Fassade der Massenunterstützung, um die enormen Kosten zu rechtfertigen und eine öffentliche Legitimation in die Zukunft zu projizieren«.

📌 Kaynak

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