Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Wie die Elbe unsere Wohnungen beheizen könnte

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Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Wie die Elbe unsere Wohnungen beheizen könnte

Die Elbvertiefung am Mittwoch – Mit Pfeffersäcken, freiem Eintritt in den Michel und einer Analyse, dass der Wunsch nach Olympischen Spielen ein Projekt der Elite war

Hamburg ist die Hauptstadt der Pfeffersäcke, mit 12.150 Tonnen importiertem Pfeffer im Jahr 2025. Viola Vierk, ehemalige Gewürzhändlerin, betont Hamburgs Bedeutung als drittgrößter Umschlagplatz für Gewürze weltweit. Trotzdem kritisiert sie die Deutschen für ihren übermäßigen Salzkonsum. Bei einer Pfeffersacktour im Gewürzmuseum schwärmt sie von exotischen Gewürzen und deren positiven Einfluss auf die Stimmung. Doch die Knappheit von Safran aufgrund geopolitischer Konflikte wirft einen Schatten auf die Gewürzvielfalt.

heute machen wir an dieser Stelle eine Olympia-Pause und widmen uns einem weniger umstrittenen Thema: Hamburg ist die Hauptstadt der Pfeffersäcke. Etwa 12.150 Tonnen Pfeffer haben Händler 2025 in die Hansestadt importiert, so das Statistikamt Nord. Mehr als von jedem anderen Gewürz. Über den Hafen würden pro Jahr geschätzt 80.000 Tonnen Rohgewürze umgeschlagen, sagt Viola Vierk. »Hamburg ist der drittgrößte Umschlagplatz der Welt für Gewürze – nach Singapur und New York.«

Vierk muss es wissen. Sie war lange selbst Gewürzhändlerin. Vor 33 Jahren gründete sie das Gewürzmuseum in der Speicherstadt. Wenn es um die Deutschen und das Würzen geht, wird sie ungehalten. »Die Leute nehmen viel zu viel Salz«, schimpft sie dann. Sie seien da eher fantasielos. Gehört habe ich diese Tadel bei einer »Hanseatischen Pfeffersacktour«. Das Museum bietet solche Touren an. Bei meiner schwärmte Vierk von Schokoladenpfeffer, Tonkabohnen und Zimtblüten. Und davon, wie sehr Safran die Stimmung aufhellen könne. Sie selbst streue sich morgens ein paar Fäden in den Tee, verriet sie. Mich hat sie damit angesteckt, ich mache das jetzt auch. Wenn der Tee nach Safran riecht und die Fäden gelbe Schlieren ziehen, hebt das meine Laune.

Kürzlich war ich wieder im Museum, um ein Döschen Gute Laune zu kaufen. Billig ist das nicht, Safran gehört zu den teuersten Gewürzen der Welt. Ich solle mich eindecken, riet mir die Mitarbeiterin. Safran werde knapp. Das ließ mich aufhorchen. Ich rief Hamburgs größten Safranhändler an, er heißt Christoph Hantke und er bestätigte das. Hinter der Knappheit steckt ein Konflikt, der auf den ersten Blick wenig mit Hamburgs Gewürzlagern zu tun hat – und mehr mit harter Geopolitik. Vom weltweit verkauften Safran stammen mehr als 90 Prozent aus dem Iran. Seit Ende Februar, als Israel und die USA Ziele in Teheran angriffen, sind die Lieferungen per Flugzeug so gut wie unterbrochen. Auch Händler Hantke bekommt kaum noch Ware. Mehr dazu lesen Sie in diesem Artikel (Z+).

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