OECD-Prognose: Nahostkonflikt bremst wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland ab
Die OECD erwartet für 2026 ein Wachstum von nur 0,7 Prozent in Deutschland. Grund dafür seien die steigenden Energiepreise durch den Nahostkonflikt.
OECD-Prognose: Steigende Energiepreise gefährden deutschen Aufschwung. Wachstum sinkt auf 0,7 Prozent in diesem Jahr, 1,1 Prozent für 2023. Weltwirtschaftswachstum schwächt sich ab, Erholung erst für 2027 erwartet. Deutschland im EU-Durchschnitt, aber Unsicherheit durch gestiegene Preise belastet Konsum und Investitionen. Chancen durch Reformen, aber Kriegsfolgen könnten weltweit Wachstum bremsen.
Die steigenden Energiepreise gefährden nach aktueller Prognose der OECD den Aufschwung in Deutschland. Das Wachstum werde in diesem Jahr nur 0,7 Prozent betragen und damit 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im vorherigen Wirtschaftsausblick Ende März prognostiziert, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem Wirtschaftsausblick mit. Für das kommende Jahr wurde die Vorhersage von 1,5 Prozent auf 1,1 Prozent gesenkt.
Das weltweite Wirtschaftswachstum schwäche sich von 3,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 2,8 Prozent im laufenden Jahr ab, prognostizierte die OECD. Für 2027 erwartet die Organisation wieder einen Anstieg auf 3,1 Prozent. Je länger der Irankrieg andauere, desto stärker werde er sich auch weltweit auf die wirtschaftlichen und sozialen Kosten auswirken, hieß es.
Anders als in den Vorjahren findet sich Deutschland aber nicht mehr am unteren Tabellenende wieder. »Deutschland liegt im Durchschnitt der EU-Länder und ist das am stärksten wachsende G7-Land in der EU«, sagte die OECD-Expertin Isabell Koske der Nachrichtenagentur Reuters. Allerdings habe durch die gestiegenen Öl- und Gaspreise »die Unsicherheit wieder zugenommen«, sagte sie. Das wirke sich negativ auf den privaten Konsum und auch auf Investitionen in Deutschland aus.
Die OECD sieht für Deutschland aber auch Chancen, sollte die Bundesregierung Reformen im Bereich der öffentlichen Vergabe und der Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsverfahren umsetzen. Dann stünde »die Chance für einen schnellen Ausbau der öffentlichen Infrastruktur und eine stärkere Unterstützung der Konjunktur nicht schlecht«, sagte Koske.
Störungen der Schifffahrtsrouten, wie zum Beispiel der Straße von Hormus, sowie Angriffe auf die Energieinfrastruktur trieben die Energiepreise sowie die Preise für andere wichtige Güter in die Höhe. Sollte der Krieg bis weit in das Jahr 2027 weitergehen, prognostiziert die OECD eine deutliche Verlangsamung des weltweiten Wachstums. Die Auswirkungen wären dann weltweit spürbar, besonders stark aber in Entwicklungsländern mit begrenzten Energiereserven.
📌 Kaynak
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