Papst-Enzyklika zu KI: Könnte sie eine Vorlage sein, wie wir mit der Technik umgehen sollten?
Künstliche Intelligenz ist bislang kaum reguliert. Doch noch können wir sie so gestalten, dass sie der Menschlichkeit aller zugutekommt, sagen ein Priester und eine Nonne. weiterlesen auf t3n.de
Künstliche Intelligenz ist bislang kaum reguliert. Doch noch können wir sie so gestalten, dass sie der Menschlichkeit aller zugutekommt, sagen ein Priester und eine Nonne.
KI und Religion (KI-generiertes Symbolbild: Midjourney / MIT Technology Review)
Die neue Enzyklika von Papst Leo XIV. zur Künstlichen Intelligenz enthält eine Aussage, die von Vertreter:innen der Technologiebranche und politischen Entscheidungsträgern ernsthaft beachtet werden sollte: „Technik ist niemals neutral.“ Das Schreiben mit dem Titel „Magnifica Humanitas“ („Großartige Menschlichkeit“) ist ein Weckruf an alle Menschen, mutig und solidarisch zu handeln, während wir in ein Zeitalter eintreten, das bereits durch KI verändert worden ist. Es könnte die größte Veränderung im Leben der Menschheit seit der industriellen Revolution werden. Wie der Papst meint, ist die Entscheidung, vor der wir stehen – die Entscheidung, vor die uns KI an sich stellt –, eine Wahl zwischen dem Turmbau zu Babel und dem Wiederaufbau einer Menschlichkeit, die uns eint.
In der biblischen Geschichte vom Turmbau zu Babel versuchen die Menschen, ein gewaltiges Bauwerk zu errichten, das bis in den Himmel reicht. Doch ihr Vorhaben wurde vereitelt, als Gott dafür sorgte, dass die Beteiligten einander nicht mehr verstehen konnten. Die Bibel beschreibt ein Streben, das auf unerbittliches Wachstum fixiert war, losgelöst von jeglicher Rücksicht auf Gottes Gebote oder die menschlichen Kosten. Es führte zum Scheitern und der Zersplitterung der Gesellschaft.
Das Buch Nehemia bietet jedoch eine gegensätzliche Erzählung, in der der Wiederaufbau Jerusalems nach einer Zeit der Gewalt und Vertreibung zu einer Gelegenheit für die Menschheit wird, ihre Widerstandsfähigkeit in Gemeinschaft zu zeigen. Wie es in der Enzyklika heißt: „Die Stadt wird wiedergeboren, nicht durch die Initiative eines einzelnen Mannes, sondern durch die gemeinsame Verantwortung aller: Männer, Frauen, Priester, Handwerker, Familienoberhäupter und junge Menschen spielen alle ihre Rolle. Es ist ein Unterfangen, bei dem Gott im Mittelpunkt steht und bei dem Beziehungen wiederaufgebaut werden, bevor die Stadt mit Steinen wiederaufgebaut wird.“
📌 Kaynak
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