Digitale Souveränität: Europaparlament wechselt von Google zu Qwant
Der Austausch der Standardsuchmaschine soll ein erster Schritt auf dem Weg zu einer größeren digitalen Souveränität sein. ( Souveränität , Google )
Das Europaparlament ersetzt in dieser Woche seine Standardsuchmaschine Google durch den französischen Anbieter Qwant. Das berichten die Magazine Politico(öffnet im neuen Fenster) und Euractiv(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf einen entsprechenden Hinweis der Parlamentsverwaltung.
In einer E-Mail vom 2. Juni 2026 an die Abgeordneten heißt es demnach: "Wenn Sie in den Browsern Firefox und Edge eine Suche über die Adressleiste am oberen Rand des Fensters starten, werden die Suchergebnisse von Qwant bereitgestellt – einer datenschutzorientierten europäischen Suchmaschine, die darauf ausgelegt ist, das Tracking von Nutzern und die Erfassung personenbezogener Daten zu vermeiden."
Diese Umstellung stehe im Zusammenhang mit dem Engagement des Parlaments für "digitale Souveränität und den Schutz der personenbezogenen Daten der Nutzer". Den Abgeordneten sei es aber weiterhin möglich, die Standardsuchmaschine zu ändern, auch auf Google. Als Voreinstellung soll jedoch künftig auf einen europäischen Anbieter zurückgegriffen werden.
Besonders erfolgreich ist das Unternehmen jedoch weiterhin nicht. So heißt es in einer Studie(öffnet im neuen Fenster) (PDF) zu Europas Abhängigkeiten im Softwarebereich im Auftrag des Europäischen Parlaments: "Es gibt zwar in der EU ansässige Suchmaschinen, doch ist ihre Nutzung minimal – so kommt beispielsweise Ecosia (Deutschland), ein auf Datenschutz ausgerichteter Suchanbieter, in Europa lediglich auf einen Marktanteil von rund 0,3 %, und Qwant (Frankreich) ist so klein, dass es in den meisten verfügbaren Statistiken unter die Kategorie 'Sonstige' fällt (deutlich unter 1 %)." Ecosia und Qwant starteten im August 2025 einen gemeinsamen Suchindex.
Nach Darstellung von Euractiv und Politico geht die Umstellung auf Qwant möglicherweise auf Initiative von einflussreichen Europaabgeordneten zurück. In einem Schreiben vom November 2025 an Parlamentspräsidentin Roberta Metsola hieß es demnach(öffnet im neuen Fenster): "Mit ausreichend politischem Willen werden wir diese Institution bis zum Ende der Legislaturperiode von der Gefahr der technologischen Abhängigkeit vom Ausland befreit haben."
Die Abgeordneten hätten sich konkret darüber beklagt, Bing, Google, Yahoo oder Duckduckgo auf dem "aufgezwungenen" Edge-Browser von Microsoft nutzen zu müssen. Im Gegenzug schlugen sie Ecosia, Startpage und Qwant als europäische Alternativen vor.
📌 Kaynak
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