20 Jahre Unabhängigkeit: Wie steht es um Montenegros EU-Chancen?
Heute vor 20 Jahren wurde Montenegro unabhängig. Seine Chancen, EU-Mitglied zu werden, sind größer als die aller anderen Staaten des Westbalkans. Doch wie weit ist das Land mit Reformen und der Bekämpfung von Kriminalität? Von O. Soos. [ mehr ]
Heute vor 20 Jahren wurde Montenegro unabhängig. Seine Chancen, EU-Mitglied zu werden, sind größer als die aller anderen Staaten des Westbalkans. Doch wie weit ist das Land mit Reformen und der Bekämpfung von Kriminalität?
Montenegro feiert seine Unabhängigkeit traditionell nicht an dem Tag, an dem es unabhängig wurde, sondern am 21. Mai, am Tag, an dem das Unabhängigkeitsreferendum erfolgreich abgehalten wurde.
Damals, vor 20 Jahren, gab es ein äußerst knappes Ergebnis: 55,5 Prozent der Wahlberechtigten stimmten für die Unabhängigkeit. Für einen Erfolg waren 55 Prozent der Stimmen notwendig.
"Es gab damals große Auseinandersetzungen in der Gesellschaft", erzählt der Politikwissenschaftler der unabhängigen montenegrinischen Organisation für Wahlforschung, CEMI, Zlatko Vujovic. Ein Teil der Bevölkerung sehe Montenegro als ureigene Nation, mit einer tausendjährigen Tradition des montenegrinischen Königreichs.
Andere sahen sich als Brüder und Schwestern Serbiens oder sogar gänzlich als Serben. "Beide Blöcke, der pro-montenegrinische und der pro-serbische, haben damals massiv Werbung gemacht, für und gegen die Unabhängigkeit. Wobei die serbischen Medien in Montenegro dominiert haben", sagt Vujovic.
Heute bezeichnen sich bei Volkszählungen rund 40 Prozent der Bevölkerung in Montenegro als Montenegriner und etwa 30 Prozent als Serben, von denen bis heute einige die Unabhängigkeit bedauern.
Vor knapp zwei Wochen wurde in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica der 20. Jahrestag des Unabhängigkeitsreferendums gefeiert. Dazu war auch der serbische Präsident Aleksandar Vucic eingeladen. Doch der lehnte ab und kommentierte es mit drastischen Worten. "Ich liebe Serbien mehr als alles andere auf der Welt. Wenn ich so etwas feiern würde, wäre es eine Schande, und ich würde mir und meinem Volk ins Gesicht spucken. Meinetwegen können die feiern, was sie wollen", sagte Vucic.
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Montenegro wird seit 2023 vom pro-europäischen liberalen Premierminister Milojko Spajic regiert. Er ist sehr jung, 38 Jahre alt und kommt aus dem Finanzsektor. Spajic hat in Tokio bei Citigroup und in Singapur bei Goldman Sachs gearbeitet, um dann zurückzukehren und sein Heimatland voranzubringen.
Er gibt sich sicher, dass Montenegro mit dem EU-Beitritt weiter im Zeitplan ist und 2028 beitreten kann. "Alle 33 Verhandlungskapitel sind eröffnet. Die früheren Regierungen haben in zehn Jahren gerade mal drei Kapitel abgeschlossen. Mit uns
📌 Kaynak
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