News des Tages: Sitz im Uno-Sicherheitsrat, Angriff auf Sankt Petersburg, Wildschweine
Wadephul scheitert in New York. Putin blamiert sich in Sankt Petersburg. Und ein Wildschwein wütet in Nürnberg. Das ist die Lage am Mittwochabend.
Das Hinterzimmer, als Ort des politischen Geschehens, hat einen schlechten Ruf. Es symbolisiert Intransparenz und eine Welt der krummen Geschäfte. In der Diplomatie allerdings ermöglicht das Hinterzimmer Vertraulichkeit. Der deutsche Außenminister, Johann Wadephul, hat sich diese Woche in jener geheimnisvollen Sphäre der Halböffentlichkeit bewegt.
In New York wohnte er tagelang in einem Hotel, nahe den Vereinten Nationen am East River. Was nach einem ausgedehnten Städtetrip klingt, war harte Arbeit für einen norddeutschen Introvertierten, der Gäste gern mit einem trockenen »Moin« begrüßt.
»Der deutsche Chefdiplomat nimmt an Konferenzen teil, lädt zu Empfängen, trifft Außenminister und Uno-Botschafter möglichst vieler Länder«, schrieb mein Kollege Christoph Schult (hier mehr dazu ).
Das Ziel der außenpolitischen Mission war ein nicht ständiger Sitz im Uno-Sicherheitsrat für die kommenden zwei Jahre.
Eine Kandidatur für den Sicherheitsrat sei, so umschreibt es Christoph Schult, ein höchst »transaktionales Geschäft«. Ein Tauschhandel also, bei dem Wadephul auch vermessen konnte, wie viel das deutsche Wort in der Welt aktuell wert ist. Bundeskanzler Merz ist nicht durch außerordentliche Unterstützung der Mission aufgefallen. Um es mit einem Filmklassiker zu sagen: Wadephul allein in New York.
Um die zwei verfügbaren Plätze konkurrierten neben Deutschland noch Österreich und Portugal, es fand also ein europäisches Wettschmeicheln statt, das zwei Gewinner kennt und einen Verlierer.
Die Abstimmung in der Uno-Vollversammlung ist am frühen Abend deutscher Zeit zu Ende gegangen und die Bundesregierung rutscht in die nächste Mini-Krise. Anders als erhofft haben sich die Völker der Welt gegen die deutsche Bewerbung entschieden. Deutschland hat keinen sitzen.
Wo ist eigentlich der Außenkanzler Merz, wenn man ihn braucht?
Lesen Sie hier mehr: Deutschland scheitert mit Bewerbung für Sitz im Uno-Sicherheitsrat
Der Krieg durchkreuzt Pläne, das ist das Grausame und Alltägliche an ihm. In der Ukraine durchkreuzt er alle Pläne und Hoffnungen ukrainischer Familien, weil in ihre Häuser Raketen einschlagen. Auf der anderen Seite, im Land des Aggressors, durchkreuzt der Krieg aktuell den Plan des russischen Präsidenten, einen unbeschwerten Wirtschaftsgipfel abzuhalten, mit Gästen aus aller Welt. In Putins Heimatstadt Sankt Petersburg wehen die Gipfelflaggen im Wind, während im Himmel Rauchsäulen stehen (hier mehr). Ein Zeichen der russischen Schwäche.
Ukrainische Drohnen haben heute früh mehrere Ziele in der Hafenstadt angegriffen, offenbar unter anderem einen Öltermi
📌 Kaynak
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