Ermittlung zu Kinderpornografie: »Das allererste Video war ein Schock«
Marisa Karl macht einen Job, vor dem viele andere Polizisten zurückschrecken: Sie sichtet beim LKA Niedersachsen Missbrauchsaufnahmen von Kindern. Wie hält sie das aus?
Frau Karl arbeitet im LKA Niedersachsen im Bereich Kinder- und Jugendpornografie. Sie sichtet täglich belastendes Material und versucht, Privates und Berufliches zu trennen. Beim Anschauen der Videos achtet sie auf Details, um eine gewisse Distanz zu wahren. Trotz der psychischen Belastung bleibt sie motiviert, da sie die Bedeutung ihrer Arbeit für den Schutz von Kindern und Jugendlichen sieht. Die hohe Dunkelziffer und der Einsatz künstlicher Intelligenz machen die Ermittlungsarbeit jedoch zunehmend schwieriger.
ZEIT Verbrechen: Frau Karl, Sie arbeiten seit fünfeinhalb Jahren im Dezernat 62 des LKA Niedersachsen, einer Spezialabteilung für Ermittlungen im Bereich Kinder- und Jugendpornografie. Tag für Tag sichten Sie kinderpornografisches Material: Väter, die ihre Kinder missbrauchen, Kinder und Jugendliche, die sich selbst nackt filmen, Täter, die Nacktfotos erpressen. Im Jahr 2023 wurden knapp fünf Millionen Gigabyte in Ihrem Bundesland ausgewertet. Was ging Ihnen heute Morgen durch den Kopf, als Sie zur Arbeit gefahren sind?
📌 Kaynak
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