Unruhen und Rassismusdebatte in Großbritannien nach Polizeifehler

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Unruhen und Rassismusdebatte in Großbritannien nach Polizeifehler

Henry Nowak starb, weil Polizisten Täter und Opfer verwechselten. Seine Familie bat, keine Zwietracht zu sähen, doch Reform-Parteichef Farage ruft zu "kalter Wut" auf. Und die Briten diskutieren über "umgekehrten Rassismus". Von Gabi Biesinger. [ mehr ]

Ein schwerer Polizeifehler im Mordfall an einem weißen Studenten entsetzt Großbritannien. Die Familie des Getöteten bat, keine Zwietracht zu säen, doch Reform-Parteichef Farage ruft zu "kalter Wut" auf.

Die Umstände, unter denen der 18-jährige Student Henry Nowak unter den Augen der Polizei starb, sind absolut grauenvoll. Er habe Stichwunden, klagte der in sich zusammengesackte Nowak, er könne nicht atmen - das wiederholte er neun Mal. Die Polizisten glaubten ihm nicht, denn sie verwechselten zunächst Täter und Opfer.

Den Notruf abgesetzt hatte nämlich der Bruder des inzwischen wegen Mordes verurteilten Täters, er rief die Polizei wegen eines angeblichen rassistischen Angriffs auf die Sikh-Brüder zu Hilfe. Die Polizei legte Nowak als mutmaßlichem Täter Handschellen an, wenige Augenblicke später starb er.

Ich kann nicht atmen - "I can't breathe": Das waren auch die letzten Worte des Afroamerikaners George Floyd, als er im Mai 2020 in den USA an den Folgen eines gewaltsamen Polizeigriffs starb. Jetzt macht das Narrativ vom britischen "George Floyd"-Moment die Runde.

Ein Bericht des Justizministeriums stellt fest, übermäßige Polizeigewalt habe in Minneapolis Routine. mehr

Zwei Männer, die unter den Augen der Polizei sterben: in den USA ein Schwarzer, in Southampton ein Weißer. In beiden Fällen hat die Polizei versagt.

Nach dem Tod von George Floyd formierte sich weltweit die anti-rassistische "Black Lives Matter"-Bewegung. Und rechte Stimmungsmacher, wie der Chef der rechtspopulistischen Reform UK Partei, Nigel Farage, rufen nun den umgekehrten Rassismusfall aus.

"White lives matter, Schluss mit Vorurteilen gegen Weiße", forderte Farage in einem Video. Die britische Polizei messe mit zweierlei Maß, und gehe bei der Strafverfolgung härter gegen die weiße Mehrheitsbevölkerung vor. Farages Aufforderung: "Reagiert mit purer, kalter Wut."

Auch der Rechtsextreme Tommy Robinson hatte zu Protesten aufgerufen. In Southampton, vor der Hauptpolizeiwache und später in der Nähe des Tatorts, gingen Hunderte auf die Straße. Autos wurden demoliert, Mülltonnen und Steine gegen Polizisten mit Schutzausrüstung geschleudert, elf Beamte verletzt, zwei Randalierer festgenommen.

Videos zeigen, wie aufgebrachte Männer Polizeikräfte immer wieder aufforderten für Henry Nowak in die Knie zu gehen, wie es britische Polizisten für George Floyd getan hatten.

Die Randale erinnerte an den Krawallsommer von 2024, als es in etlichen Städten Englands wochenlang zu rassistisch motivierten Ausschreitungen kam. Zum Anlass hatten die Krawallmacher damals den Mord an drei Mädchen im nor

📌 Kaynak

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