Marjane Satrapi ist tot: »Persepolis«-Autorin mit 56 Jahren gestorben
In Comic und Film erzählte sie vom Aufwachsen in Iran: Für »Persepolis« wurde Marjane Satrapi international gefeiert. Ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes ist die Zeichnerin nun im Alter von 56 Jahren gestorben.
Die französisch-iranische Künstlerin Marjane Satrapi ist im Alter von 56 Jahren gestorben. Wie ihr Umfeld in einem Statement der französischen Nachrichtenagentur AFP mitteilte, sei Satrapi »an Traurigkeit gestorben, etwas über ein Jahr nach dem Tod von Mattias Ripa, ihrem Ehemann und der Liebe ihres Lebens«. Der Produzent, Schauspieler und Drehbuchautor Ripa starb am 8. April 2025. Französische Medien berichten über den Todesfall.
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Satrapi wurde international bekannt mit ihrer Graphic Novel »Persepolis«. Sie erschien ursprünglich zwischen 2000 und 2003 in vier Bänden auf Französisch und wurde bald auch international erfolgreich. In Deutschland wurde »Persepolis« 2004 als »Comic des Jahres« prämiert. 2007 verfilmte sie »Persepolis« gemeinsam mit Vincent Paronnaud als Animationsfilm.
In »Persepolis« beschreibt die 1969 im iranischen Rascht geborene Künstlerin autofiktional ihre eigene Kindheit und Jugend: Die Tochter einer linken Mittelschichtsfamilie erlebte als junges Mädchen den Sturz des Schahs und die Islamische Revolution in Iran. Ihre Familie schickte sie 1984 ins Exil nach Wien, wo sie – wie schon in Teheran – das französische Gymnasium besuchte.
Im Zuge einer Lebenskrise kehrte Satrapi mit 19 Jahren nach Teheran zurück, um an der Islamischen Azad-Universität Visuelle Kommunikation zu studieren. 1994 verließ sie Iran erneut und setzte ihre Studien in Straßburg an der École supérieure des arts décoratifs fort. 1996 zog sie nach Paris und begann, Comics zu zeichnen.
In stilisierten, an expressionistische Holzschnitte erinnernden Bildern erzählt Satrapi in »Persepolis« ironisch-lakonisch von Satrapis Kindheitserlebnissen und Pubertätsnöten und einer Identitätssuche zwischen den Kulturen in Iran und Europa. In Bild und Text spiegeln sich Lebenslust und Humor ebenso wider wie die Schrecken des Regimes in Teheran. Das Werk verkaufte sich über eine Million Mal und wurde in rund 25 Sprachen übersetzt.
Nach der Veröffentlichung musste Satrapi allerdings Repressalien im Heimatland befürchten und konnte daher nicht mehr dorthin reisen. Obwohl »Persepolis« in der westlichen Welt vielfach als Kritik an den politischen Verhältnissen in Iran angesehen wurde, ging es der Autorin primär um etwas anderes: das alltägliche Leben der Menschen dort und den Kampf gegen Vorurteile.
Weitere Comics von ihr wie »Sticheleien« oder
📌 Kaynak
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