Antisemitismus: Deutlicher Anstieg antisemitischer Gewalt in Sachsen-Anhalt
Erneut wurden mehr Gewalttaten und Bedrohungen gegen Juden in Sachsen-Anhalt registriert. Die jüdische Gemeinde spricht von einer »alarmierenden Enthemmung«.
Antisemitische Vorfälle in Sachsen-Anhalt steigen weiter an, so die Recherche- und Informationsstelle für Antisemitismus (Rias). Das hohe Niveau beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl der jüdischen Gemeinschaft immens. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg israelbezogenen Antisemitismus. Rechtsextreme Vorfälle nehmen zu, auch online. Der Verfassungsschutz warnt vor wachsendem rechtsextremistischem Personenpotenzial in Sachsen-Anhalt, vor allem durch die AfD.
Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Insgesamt registrierte die Recherche- und Informationsstelle für Antisemitismus (Rias) in dem Bundesland 270 Bedrohungen, Sachbeschädigungen und körperliche Gewalt gegen Jüdinnen und Juden und damit ein Drittel mehr als noch 2024 (202 Fälle).
Das seit zweieinhalb Jahren andauernde hohe Niveau antisemitischer Vorfälle beeinträchtige »das Sicherheitsgefühl vieler Jüdinnen und Juden immens und beeinflusst ihren Umgang mit der eigenen jüdischen Identität nachhaltig«, teilte Rias mit. Immer mehr Juden scheuten sich etwa, einen Davidstern oder eine Kippa erkennbar zu tragen.
»Antisemitismus hat viele Gesichter – doch keins ist harmlos. Die aktuellen Zahlen zeigen eine alarmierende Enthemmung, auch in Sachsen-Anhalt«, sagte die Vorsitzende des Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Inessa Myslitska. »Die antisemitischen Vorfälle sind Beweise für Menschenverachtung, für Lüge, Leugnung und Hass«, sagte der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Wolfgang Schneiß. Niemals dürfte man sich daran gewöhnen.
Im Schnitt seien der Meldestelle fünf antisemitische Vorfälle pro Woche bekannt geworden. Mehr als verdoppelt haben sich den Angaben nach antisemitische Vorfälle mit direktem Bezug zum Krieg im Nahen Osten: Ihre Zahl sei im Jahresverlauf von 52 auf 111 angestiegen. Dabei wurde tatsächliches oder vermeintliches Handeln des Staates Israel wiederholt zum Anlass genommen, um Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt anzufeinden oder anzugreifen.
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Gleichzeitig waren laut Rias erneut zahlreiche Vorfälle zu beobachten, bei denen die antisemitischen Massenverbrechen im Nationalsozialismus geleugnet, verherrlicht oder die Erinnerung an die Opfer angefeindet wurde. Insgesamt registrierte die Meldestelle 81 rechtsextreme Vorfälle.
Einen großen Anstieg von 39 auf 100 Fälle verzeichnete Rias im Onlinebereich. So erhielt etwa die Jüdische Gemeinde Halle immer wieder Google-Rezensionen von anonymen Profilen, die den Namen des Attentäters des Anschlags von
📌 Kaynak
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