Psychiatrische Kliniken: Drei Wochen auf Station, dann alleine nach Hause
Die deutsche Psychiatrie ist teuer, aber nur mittelgut. Die Regierung will nichts ändern. Das zeigt ein Papier, das der ZEIT vorliegt. Experten wüssten, was zu tun wäre.
Psychische Gesundheit in Deutschland: Viel Geld für stationäre Behandlung, wenig für ambulante Versorgung. Grüne kritisieren fehlende Strategie der Bundesregierung. Experten bemängeln veraltete Psychiatriekonzepte und hohe Kosten. Reformbedarf für modernere, ambulante Behandlungskonzepte. Regierung zeigt wenig Engagement für Verbesserung der psychiatrischen Versorgung.
Auf den ersten Blick scheint es für psychisch kranke Menschen in Deutschland ziemlich gut auszusehen: Kein anderes Land in der EU – außer Belgien – verfügt pro Einwohner über so viele Betten in psychiatrischen Kliniken. Und in keinem anderen EU-Land werden so viele Menschen mit psychischen Problemen in einer Klinik behandelt. Auch finanziell gesehen liegt die Bundesrepublik vorn: Mit mehr als zwölf Prozent gibt Deutschland einen großen Anteil seines Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit aus, wovon mit mehr als zehn Prozent ein ebenfalls großer Anteil in die Versorgung psychisch Kranker geht. Nur: Das meiste dieses Geldes – rund 80 Prozent – fließt in die stationäre Behandlung. Und bedenkt man, dass hier weniger als 20 Prozent der Menschen mit psychischen Problemen behandelt werden, kann man sich durchaus fragen, ob diese Verteilung auch so sein sollte.
📌 Kaynak
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