Reparaturstau gefährdet offenbar Einsatzfähigkeit der Bundeswehr
Fehlende Ersatzteile, ungeklärte Zuständigkeiten: Führungskräfte des Bundeswehr-Dienstleisters HIL sehen nach Recherchen von WDR , NDR und SZ die Einsatzfähigkeit wichtiger Waffensysteme gefährdet - mit möglichen Folgen für Bündnisverpflichtungen.[ mehr ]
Fehlende Ersatzteile, ungeklärte Zuständigkeiten: Führungskräfte des Bundeswehr-Dienstleisters HIL sehen nach Recherchen von WDR, NDR und SZ die Einsatzfähigkeit wichtiger Waffensysteme gefährdet - mit möglichen Folgen für Bündnisverpflichtungen.
Der Auftritt von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) in Berlin am 20. Mai begann mit einer Erfolgsmeldung. "In den vergangenen Jahren ist so viel beschafft worden, wie eigentlich noch nie zuvor", verkündete Pistorius nach der Sitzung des Verteidigungsausschusses im Bundestag vor der Hauptstadtpresse. Die Zeitenwende läuft, so die Message.
Doch der Kauf von Großgerät allein garantiert noch keine Einsatzbereitschaft der Bundeswehr: Für die Massen an neuen Rüstungsgütern müssen auch ausreichend Ersatzteile zur Verfügung stehen. Und die fehlen offenbar in großer Menge. Das zeigen interne Unterlagen aus dem Rüstungssektor, die WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) vorliegen. Bestätigt wird die schwierige Lage den Recherchen zufolge von Managern und Insidern der Bundeswehr.
Demnach soll ein riesiger Reparaturstau dazu geführt haben, dass die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr gefährdet ist. Besonders ernst scheint die Situation den Informationen zufolge bei den Panzerfahrzeugen des Heeres.
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WDR, NDR und SZ wurde ein Lagebericht aus Führungskreisen eines zentralen Dienstleisters der Bundeswehr zugespielt. Konkret geht es um die bundeseigene Firma Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL). Sie ist verantwortlich dafür, dass militärisches Großgerät der deutschen Streitkräfte repariert und instand gehalten wird. Für den Einkauf von Ersatzteilen ist nicht die HIL selbst, sondern das Beschaffungsamt der Bundeswehr verantwortlich.
Doch laut des Insiderberichts mangele es dort an "langfristigen Vertragsstrukturen mit Industriepartnern", sodass Ersatzteile kaum in ausreichender Menge eingekauft werden können. Die Situation sei so ernst, heißt es in dem Papier, dass mit einer dauerhaften "Einschränkung der materiellen Einsatzbereitschaft wesentlicher Waffensysteme" zu rechnen sei.
Mit anderen Worten: Viele Fahrzeuge der Bundeswehr sind offenbar vor allem wegen fehlender Ersatzteile nicht oder nur eingeschränkt einsatzbereit. Und das in Zeiten des Ukraine-Krieges und russischer Aggressionen gegen den Westen.
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Das Bundesverteidigungsministerium behandele die HIL wie eine "verlängerte Werkbank", heißt es in
📌 Kaynak
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