Libanon: Hisbollah lehnt Waffenruhe mit Israel ab
Einer zwischen Israel und Libanon vereinbarten Waffenruhe hat die Hisbollah eine Absage erteilt. Das Abkommen sei ein »Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils«.
Ein Mann fährt auf einem Motorrad mit einer Hisbollah-Flagge und einem Bild des Hisbollah-Führers Qassem durch Beirut
Die Hisbollah im Libanon hat die jüngst getroffenen Bedingungen für eine Waffenruhe mit Israel abgelehnt. »Das angekündigte Abkommen ist ein Fahrplan zur Zerstörung eines Teils des libanesischen Volkes und zur Unterwerfung des übrigen Teils«, hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung von Hisbollah-Chef Naim Qassem.
Qassem lehnte insbesondere Forderungen nach einer Entwaffnung der von Iran unterstützten Organisation ab. Eine Auslegung der Waffenruhe, nach der die Hisbollah ihre Angriffe einstellen müsse, während die israelischen Angriffe andauerten, komme einer »Kapitulation« gleich.
Qassem betonte, die Hisbollah habe niemandem zugesagt, auf »Widerstand oder Vergeltung« zu verzichten. Solange die Angriffe anhielten, werde die Organisation ihre militärischen Aktionen fortsetzen. »Wir lehnen jede Verknüpfung zwischen der Existenz des Widerstands und dem Ende der Aggression oder dem Rückzug Israels ab«, hieß es.
Libanesische und israelische Vertreter haben unlängst in Washington die »Umsetzung einer Waffenruhe« vereinbart – vorausgesetzt, die Hisbollah stoppt ihre Angriffe auf Israel. Dem hat die Miliz nun eine Absage erteilt.
Laut der Vereinbarung zwischen Israel und dem Libanon sollten dabei sogenannte Pilotzonen unter »exklusiver Kontrolle« der libanesischen Armee geschaffen werden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung . Zudem sollten in der Woche vom 22. Juni weitere direkte Gespräche geführt werden, um ein umfassendes Abkommen zu erzielen und weitere offene Fragen zu klären.
Beide Seiten schränkten in ihrer Erklärung zugleich ein, dass die Umsetzung einer Waffenruhe »von einer vollständigen Einstellung der Angriffe der Hisbollah« auf Israel abhänge. Zudem müsse sich die Miliz aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückziehen, also aus dem Gebiet nahe der Grenze zu Israel.
Eigentlich gilt im Libanon bereits seit Mitte April eine Feuerpause. Israel und die von Teheran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz greifen sich dennoch weiter an. Dabei sterben vor allem im Libanon immer wieder Menschen. Die libanesische Regierung ist selbst keine Kriegspartei – und hat auch nur begrenzt Einfluss auf die Hisbollah.
Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei feuert die Hisbollah seither immer wieder Raketen auf Israel ab. Israel fliegt seinerseits Luftangriffe auf zahlreiche Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen
📌 Kaynak
Bu özet Spiegel kaynağından otomatik derlenmiştir. Tamamı için orijinal habere gidin.
Orijinal haberi oku →