CSU-Chef unter Druck: Ist das der Beginn der "Söder-Dämmerung"?
Ein "Frontalangriff" aus Brüssel und lautes Grummeln an der Basis: Söder steht in der CSU unter Druck. Einiges erinnert an das Ende der Stoiber-Ära. Was ist dran an der "Söder-Dämmerung"? Von J. Wengert und K. Pfadenhauer. [ mehr ]
Ein "Frontalangriff" aus Brüssel und lautes Grummeln an der Basis: Söder steht in der CSU unter Druck. Einiges erinnert an das Ende der Stoiber-Ära. Was ist dran an der "Söder-Dämmerung"?
Es brodelt in der CSU: Von "sehr viel Unmut" bei Parteimitgliedern ist die Rede, von einer "massiven Anti-CSU-Stimmung" und von einem "teils als überheblich empfundenen Auftreten von Verantwortlichen", so steht es in einem internen Papier des Kreisverbands Bad-Tölz-Wolfratshausen: "Selbst eingefleischte CSU-Mitglieder wenden sich inzwischen von uns ab." Die Inhalte kursieren auf der Plattform X, zuerst hatte der Stern berichtet.
Parteichef Markus Söder hat das Schreiben offenbar nie direkt erreicht. Es handle sich "lediglich um eine interne Stoffsammlung", die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei, sagt der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Holz. Er räumt aber ein, dass es nach der bayerischen Kommunalwahl die Idee gegeben hat, sich an Söder zu wenden, und daher das Papier verfasst wurde.
Der Parteichef hatte nach dem mauen Kommunalwahlergebnis von möglichen Fehlern vor Ort und falschen Kandidaten gesprochen - und war anschließend rasch zurückgerudert. Dennoch seien die Aussagen "ein Schlag ins Gesicht" jedes CSU-Wahlkämpfers gewesen, heißt es in dem Schreiben. Das Papier beschreibe die Realität leider zutreffend, sagt ein anderer CSU-Kreischef. Die Stimmung sei "eher schlecht", meint ein weiterer Ortsvorsitzender.
Es ist ein Brief, der für Aufsehen sorgt: CSU-Vize Weber fordert einen Kurswechsel in seiner Partei. mehr
Und dann ist da noch der Pfingstbrief von Partei-Vize Manfred Weber. Darin hatte Söders Stellvertreter einen Kurswechsel gefordert. Die mächtige Bezirkschefin Ilse Aigner und der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel äußerten Verständnis. Alexander Hoffmann, Landesgruppenchef im Bundestag, sagte hingegen, öffentliche Briefe brächten die CSU nicht voran.
Webers Brief sei ein "impliziter Frontalangriff" auf Parteichef Söder, so Politikwissenschaftlerin Jasmin Riedl von der Bundeswehr-Universität München.
In der ARD-Sendung Maischberger sagte Weber nun zwar einerseits, es gebe in der Partei "derzeit keine Führungsdiskussion" - er sagte aber auch, die CSU werde sich in nächster Zeit "strategisch neu aufstellen". Weber weiter: "Und dann werden wir auch überlegen, wer das Führungspersonal von morgen ist."
Eigene Ambitionen auf den Posten von Parteichef Söder bestritt Weber jedoch. mehr
Hat sie also begonnen, die "Söder-Dämmerung"? Ist der Zenit seiner Macht überschritten? "Letztlich ist am Beginn der Götterdämmerung immer der Misserfolg", sagt Thomas Schlemme
📌 Kaynak
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