»Good Boy«: Menschendressur im Keller
Ein sadistischer Schläger wird von einer Familie eingekerkert und soll zum »Good Boy« umerzogen werden. Der gleichnamige Film von Jan Komasa rechnet mit der Gegenwart ab.
Der polnische Regisseur Jan Komasa fesselt seine Zuschauer mit Figuren, die in ihren eigenen Abgründen gefangen sind, sei es in Corpus Christi, The Hater oder Change. In seinem neuesten Werk Good Boy wird ein sadistischer Protagonist von einer Familie zur Besserung gefangen gehalten. Die surreale Normalität der Grausamkeit und die Absurdität der Geschichte werden von herausragenden Schauspielern getragen. Der Film entlarvt die bürgerliche Fassade und wirft einen kritischen Blick auf die moderne Gesellschaft, in der Gewalt und Unterdrückung allgegenwärtig sind. Good Boy provoziert und hinterlässt einen nachdenklichen, beklemmenden Eindruck über Freiheit und Moral.
Der Mensch ist frei geboren, doch in den Filmen des polnischen Regisseurs Jan Komasa liegt er überall in Ketten. Fast all seine Figuren sind Gefangene ihrer selbst, ausweglos verstrickt in ihre Vergangenheit, in eine dunkle Schuld oder das unbändige Verlangen nach Rache: Corpus Christi (2019), handelt von einem geläuterten Verbrecher, der sich in einem masurischen Dorf als Priester ausgibt und die von Trauer und Schmerz zerrissene Gemeinde versöhnt. Doch die Vergangenheit holt ihn ein; es gibt keine Vergebung. In The Hater (2020) geht es ebenfalls um einen Hochstapler, um einen betrügerischen Studenten, der die ganze Verachtung des linksliberalen Milieus zu spüren bekommt, seine Rache wird grausam.
📌 Kaynak
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