»Maskenmann«: Martin Ney in Nantes zu lebenslanger Haft wegen Mordes an Jonathan C. verurteilt

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»Maskenmann«: Martin Ney in Nantes zu lebenslanger Haft wegen Mordes an Jonathan C. verurteilt

Jahrelang hat er Kinder sexuell missbraucht, mehrere Jungen ermordete er. Nun wurde der »Maskenmann« für den Mord an dem zehnjährigen Jonathan C. in Nantes verurteilt.

Unter dem Namen Martin Ney ist er vermutlich den wenigsten Menschen ein Begriff, doch als »Maskenmann« hatte er die Menschen in Deutschland jahrelang in Angst und Schrecken versetzt. Ney ist verurteilter Sexualstraftäter und Mörder dreier Kinder und wurde in Deutschland bereits zu lebenslanger Haft verurteilt.

Seit zwei Wochen stand er erneut in Frankreich vor Gericht. Dem 55-Jährigen wurde ein weiterer Mord an einem Kind vorgeworfen. Nun ist Ney auch in Nantes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichten. Damit entsprach das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Ney stand im Verdacht, im Jahr 2004 den zehn Jahre alten Jonathan C. aus einem Schullandheim im westfranzösischen Saint-Brévin-les-Pins entführt und getötet zu haben. Die Leiche des Jungen, unbekleidet, gefesselt und mit einem etwa 20 Kilogramm wiegenden Stein beschwert, war sechs Wochen nach der Entführung in einem Teich entdeckt worden. Jahrelang und auch am ersten Prozesstag hatte Ney die Schuld von sich gewiesen und gesagt, er habe es nicht getan.

In Deutschland hatte der »Maskenmann« jahrelang kleine Jungen missbraucht und drei von ihnen im Alter von acht, neun und 13 Jahren ermordet. Zahlreiche weitere Kinder hat er missbraucht. Zwischen 1992 und 2001 schlich der Pädagoge sich in Norddeutschland nachts maskiert an die Betten seiner Opfer. Im Februar 2012 verurteilte ihn das Landgericht Stade zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe, die er in Celle verbüßte, und stellte die besondere Schwere der Schuld fest.

Ney wurde im Jahr 1970 in Bremen geboren, er ist ein ehemaliger Kinderbetreuer und alleinerziehender Pflegevater eines Sohnes. Ney konnte angeklagt werden, weil er gestanden hatte, nachdem sich zwei Polizeibeamte elf Stunden lang mit ihm unterhalten hatten.

Lange führte der Mann ein Doppelleben, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Tagsüber kümmerte er sich als Betreuer auf Ferienfreizeiten und in Heimen um seine Schützlinge. Nachts verwandelte er sich in den »Maskenmann« – so wurde er bekannt, weil er sein Gesicht bei den Verbrechen hinter einer dunklen Sturmhaube verbarg.

Da der Fall des kleinen Jonathans Parallelen zur Tatserie des Maskenmannes in Norddeutschland aufwies, untersuchten die französischen Fahnder bereits ab 2008 auch, ob der Deutsche für die Tat infrage kommen könnte. Konkrete Beweise wie DNA-Spuren etwa wurden nicht gefunden. Ein Zeuge aber beobachtete abends einen Wagen mit deutschem Kennzeichen in der Nähe eines Teichs, der dort anscheinend etwas ausladen wollte, dann aber wegfuhr.

Französische Strafver

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