Hoher Repräsentant für Bosnien: Streit um Nachfolge von Bosnienbeauftragten Schmidt
Christian Schmidt gibt den Posten als UN-Bosnienbeauftragter ab. Europa und die USA können sich bisher nicht auf seine Nachfolge einigen. Die USA drohen mit Konsequenzen.
Die USA und die Europäer konnten keinen neuen internationalen Bosnienbeauftragten finden, um Christian Schmidt zu ersetzen. Die Verhandlungen sollen fortgesetzt werden, während die USA ihre Rolle in Bosnien-Herzegowina überdenken. Die Uneinigkeit zwischen Europäern und Amerikanern führte zu einem vorläufigen Scheitern der Gespräche. Schmidt trat unter anderem wegen Drucks aus den USA zurück, die ihre eigene Agenda in der Region verfolgen. Bosnien-Herzegowina bleibt weiterhin ein gespaltenes Land, in dem der Hohe Repräsentant über die Einhaltung des Dayton-Friedensabkommens wacht.
Die USA und die Europäer haben sich nicht auf einen neuen internationalen Bosnienbeauftragten einigen können, der die Nachfolge des deutschen Amtsinhabers Christian Schmidt antreten soll. Die Verhandlungen über die Wahl seines Nachfolgers sollten aber fortgesetzt werden, teilte Schmidt am Donnerstagabend mit. Die USA reagierten auf das vorläufige Scheitern der Gespräche mit der Ankündigung, dass sie ihre Rolle in Bosnien-Herzegowina »überdenken« wollten.
Über einen Nachfolger von Schmidt war seit Mittwoch in Sarajevo verhandelt worden, zunächst erfolglos. Bosnische Medien berichteten, dass sich die Europäer und die USA nicht auf einen Kompromiss verständigen konnten.
Die US-Regierung machte unter anderem »europäische Unentschlossenheit« für die Entwicklung verantwortlich. Dadurch seien die USA gezwungen, »unsere Rolle in der derzeitigen internationalen Präsenz in Bosnien-Herzegowina zu überdenken«, hieß es in einer Erklärung eines namentlich nicht genannten Sprechers des US-Außenministeriums.
Der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt hatte im Mai bekannt gegeben, dass er im Juni als Bosnienbeauftragter zurücktreten werde. Als Grund nannte er unter anderem »enormen und überraschenden Druck« der USA. Dabei habe auch der Streit um eine Pipeline von Kroatien nach Bosnien eine Rolle gespielt, die von der EU auf den Weg gebracht, aber dann nicht von ihr finanziert worden sei. Nun brauche Bosnien die USA, diese hätten aber ihre eigenen Vorstellungen, sagte Schmidt der Augsburger Allgemeinen.
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Bosnien-Herzegowina ist seit dem Dayton-Abkommen von 1995 geteilt in die überwiegend von bosnischen Serben bewohnte Republika Srpska und die kroatisch-muslimische Föderation Bosnien und Herzegowina. Die beiden halbautonomen Landesteile sind durch eine schwache Zentralregierung miteinander verbunden. Fast ein Drittel der 3,5 Millionen Einwohner Bosniens lebt in der Republika Srpska, deren Gebiet fast die Hälfte d
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