Widerstand gegen NHS-Kooperation mit Palantir in Großbritannien wächst
Sieben Jahre sollte der Vertrag zwischen dem britischen Gesundheitssystem NHS und dem US-Unternehmen Palantir laufen. Doch bereits nach einem Jahr steht die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Unternehmen auf dem Prüfstand. Von D. Frevel. [ mehr ]
Sieben Jahre sollte der Vertrag zwischen dem britischen Gesundheitssystem NHS und dem US-Unternehmen Palantir laufen. Doch jetzt steht die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Konzern auf dem Prüfstand.
Im November 2023 schließt der National Health Service (NHS), Großbritanniens Gesundheitssystem, einen Vertrag mit dem US-Unternehmen Palantir. Die Firma soll eine Plattform aufbauen, über die Daten innerhalb des NHS ausgetauscht werden können. So wolle man die Patientenversorgung verbessern und effizienter arbeiten, heißt es auf der Website des Gesundheitsdienstes.
Der Vertrag soll über sieben Jahre laufen - eigentlich. Doch es gibt vertraglich die Möglichkeit, ihn bereits im kommenden Jahr zu beenden. In den vergangenen Tagen sind Stimmen lauter geworden, die genau dies fordern.
Im britischen Unterhaus äußerte sich etwa der Labour-Abgeordnete Ian Byrne mit Blick auf die Firma so: "Trotz großer Bedenken der Abgeordneten, des medizinischen Fachpersonals und der Öffentlichkeit haben die Präsenz von Palantir innerhalb unseres NHS und der Zugriff auf Patientendaten aus irgendeinem Grund weiter zugenommen."
Auch Jeremy Corbyn, ehemaliger Labour-Chef und jetzt unabhängiger Abgeordneter, meldete sich zu Wort: "Müssen wir uns wirklich an einen amerikanischen multinationalen Konzern binden, der die Kontrolle über riesige Datenmengen haben wird?" Corbyn forderte dazu auf, eigene Systeme innerhalb des NHS zu entwickeln. "Lassen Sie uns den NHS nicht zerstören", so Corbyn.
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Palantir wurde 2003 vom in Deutschland geborenen US-Investor Peter Thiel gegründet. Thiel gilt als wichtiger Geldgeber und Vordenker der neuen Rechten und war ein früher Unterstützer von Donald Trump. Der Milliardär fällt immer wieder mit autoritär-anmutenden Aussagen auf. So schrieb er etwa, er "glaube nicht mehr, dass Demokratie und Freiheit kompatibel seien".
Über den NHS sagte Thiel einst, die britische Zuneigung für ihr Gesundheitssystem zeuge von einem Stockholm-Syndrom: Das System mache die Menschen krank und dennoch würden sie es mögen, so Thiel. Der NHS brauche einen Ansatz, bei dem man "das Ganze einfach von Grund auf neu aufbaue", so der Investor damals.
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📌 Kaynak
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