Kindergesundheit: Wenn es den Kindern nicht gut geht, geht es dem Land bald schlecht
Wer in die Gesundheit von Kindern investiert, spart langfristig Milliarden. Denn psychisch und körperlich gesunde Kinder sind eine Wirtschafts- und Standortfrage
Deutschland muss dringend mehr in die Kindergesundheit investieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und soziale Ungleichheit zu verringern. Obwohl das Land gute Strukturen für die Gesundheit von Kindern hat, rutscht es im internationalen Vergleich ab. Bildungschancen und Kindergesundheit sind eng miteinander verbunden und werden stark von der sozialen Herkunft beeinflusst. Gesundheitliche Ungleichheit wird über Generationen weitervererbt, was dringend politisches Handeln erfordert. Investitionen in die Kindergesundheit haben den höchsten Return-on-Investment aller sozialpolitischen Maßnahmen und entlasten langfristig die Sozialsysteme. Es ist höchste Zeit, dass die Politik eine ressortübergreifende Strategie für die Kindergesundheit entwickelt und umsetzt, um der nächsten Generation eine faire Chance zu geben.
Deutschland diskutiert seit Jahren über seine Wettbewerbsfähigkeit, den Fachkräftemangel und die Zukunft des Sozialstaats. Doch auf das, was dafür nötig ist, wird selten geschaut: dass es den nachfolgenden Generationen gut geht, dass unsere Kinder gesund sind und wohlbehalten aufwachsen, damit die Gesellschaft und das Land für die Zukunft gut aufgestellt sind.
Wer in einer alternden Gesellschaft wirtschaftlich stark bleiben, soziale Ungleichheit verringern und das Gesundheitssystem langfristig finanzierbar halten will, muss die Kindergesundheit ehrlich bewerten. Deutschland bringt dafür gute Voraussetzungen mit. Doch wir nutzen sie nicht konsequent genug — und verlieren so Jahr für Jahr wertvolles Potenzial. Das können wir uns nicht länger leisten.
Dabei hat Deutschland weltweit einmalige Strukturen geschaffen: Früherkennungsuntersuchungen, Krankenversicherungsschutz für fast alle Kinder und eine starke Forschung, die Kindersterblichkeit ist deutlich gesunken, Impfungen haben viele schwere Kinderkrankheiten zurückgedrängt. Diese sozialstaatlichen Errungenschaften verdienen Anerkennung.
Umso beunruhigender ist deshalb das Gesamtbild: Laut dem aktuellen Unicef-Ranking ist Deutschland beim Kindeswohl von Platz 14 (2020) auf Platz 25 von 43 OECD- und EU-Ländern abgerutscht. Portugal, Litauen, Rumänien – wirtschaftlich deutlich schwächere Länder – schneiden besser ab, offenbar wachsen Kinder dort besser auf als hierzulande. Die Niederlande, Dänemark und Frankreich führen das Ranking an, obwohl Deutschland nicht weniger Geld für Kindergesundheit ausgibt.
Wer krank ist, lernt schlechter. Wer psychisch belastet ist, kann sich nicht konzentrieren. Wer hungrig in die Schule kommt oder unter beengten Wohnverhältnissen aufwächst, bringt nicht d
📌 Kaynak
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