Entsiegelung von Flächen als Wettbewerb: Aus Grau wird Grün
Weniger Pflastersteine, mehr Gräser, Blumen und Sträucher: Die Entsiegelung von bebauten Flächen verbessert das Stadtklima. Ein Wettbewerb im "Abpflastern" zeigt, wie Menschen ihren Beitrag zur Klimaanpassung leisten können. Von Lea Schön. [ mehr ]
Weniger Pflastersteine, mehr Gräser, Blumen und Sträucher: Die Entsiegelung von bebauten Flächen verbessert das Stadtklima. Ein Wettbewerb im "Abpflastern" zeigt, wie Menschen ihren Beitrag zur Klimaanpassung leisten können.
"Ab das Pflaster, fertig, los!" In Hamburg haben Schülerinnen und Schüler einer Berufsschule unter dem Motto schon im vergangenen Jahr zur Spitzhacke gegriffen, um Pflastersteine zu entfernen. "Naja, sagen wir mal ehrlich, wir haben echt sehr viel von der Natur weggenommen. Und es ist halt schön, wenn man da ein bisschen was zurückgibt", sagte Schülerin Sarah Hahnel damals.
An ihrer Hamburger Berufsschule mussten 15 Quadratmeter Pflaster weichen, um Platz für Schöneres zu machen: Gräser, Blumen und Sträucher. Der Wettbewerb "Abpflastern" ruft auch dieses Jahr wieder dazu auf, Privatflächen von Pflastersteinen zu befreien und das auf einer Website zu dokumentieren.
An heißen Tagen steigt die Hitze in den Städten an. Flächenversiegelung und zu wenig Grün befeuern das Problem. mehr
Inspiriert ist der Wettbewerb von einer Aktion aus den Niederlanden. "Tegelwippen" heißt es dort und hat seither für das Entfernen von mehr als 14 Millionen Pflastersteinen gesorgt. Die Hochschule für Gesellschaftsgestaltung Koblenz hat die Idee übernommen und daraus "Abpflastern" gemacht. Im vergangenen Jahr wurden so in Deutschland Flächen von rund eineinhalb Fußballfeldern entsiegelt.
Letztes Jahr haben rund 30 Gemeinden teilgenommen - manchmal Einzelpersonen, manchmal Nachbarn, Vereine oder Schulen. Von März bis Oktober können die Flächen registriert werden. "Dieses Jahr wurden 80 Aktionen aus 41 Kommunen gemeldet", erklärt die Projektkoordinatorin von "Abpflastern", Mareike Gaiser.
Laut Statistischem Bundesamt waren Ende 2024 circa 45 Prozent der Verkehrs- und Siedlungsflächen in Deutschland versiegelt. Das hat Auswirkungen auf das Mikroklima in Städten: "Unter versiegelten Flächen ist kein Leben. Da ist nichts drin, was biologisch von großem Wert ist", erklärt Oliver Wagner vom Wuppertal Institut für Klima, Energie und Umwelt.
Das Entfernen von Pflastersteinen hat gerade bei Extremwetterlagen zwei wichtige Effekte. Es wird Oberfläche geschaffen, in der Wasser besser versickern kann. Außerdem speichern versiegelte Flächen besonders viel Wärme und tragen zur Überhitzung von Städten bei. Im Kontrast können Grünflächen mit Bäumen und Sträuchern für Abkühlung sorgen.
Welche Auswirkung es hat, eine Fläche von der Größe von eineinhalb Fußballfeldern zu entsiegeln, lässt sich nicht konkret quantifizieren. Aber Projektkoordinatorin Gaiser erklärt: "Uns g
📌 Kaynak
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