Seamus Heaney: Lass in deiner Hand die Vögel brüten
Zwischen Belfast und Derry befindet sich ein literarisches Weltreich: die Heimat des großen irischen Dichters Seamus Heaney. Für Reisende gibt es einiges zu sehen.
Irland, einst arm und von Hungersnöten geplagt, wurde zum Steuerparadies für Tech-Giganten. Doch die wahre Essenz des Landes bewahrt der Dichter Seamus Heaney in seinen Gedichten. Er gräbt tief in die Erde, um die menschlichen Differenzen zu überwinden und das gemeinsame Erbe der Iren zu betonen. Heaney erfand seine eigene Sprache, die die Verbindung zwischen katholischen und protestantischen Nordiren herstellt. Sein Werk ist bevölkert von Kreaturen, die das Stumme zur Sprache bringen. Der wahre Wert des Daseins zeigt sich in den einfachen Dingen, wie dem Klang des Flusses Moyola. Wer Nordirland besucht, sollte Heaneys Heimatstadt Bellaghy und den Giant's Causeway sehen, um die Schönheit und Geschichte des Landes zu erleben.
Ein armer Winkel des Kontinents war Irland, ehe Google, Apple, Microsoft und andere Hightechriesen es als Steuerparadies weitab von Brüssel entdeckten: eine Landmasse aus Torf, Fels, Moos und Moor, die jährlich an Höhe verlor. Torfstecher nutzten den Inselboden als Brennmaterial, sie verheizten ihn buchstäblich, nämlich zu Hause, in Herd und Kamin. Dass das Land am westlichen Rand Europas von einsamer Schönheit ist, half ihren Bewohnern wenig: Hungersnöte und Bürgerkrieg zermürbten die Iren, und wer kräftig genug war, emigrierte in die USA oder ging zumindest nach England – und pflegte in der Ferne sein Heimweh.
📌 Kaynak
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