Triumphbogen in Washington, D. C.: Steht ein Trumm im Weg
Donald Trumps geplanter Triumphbogen in Washington ist nicht nur geschmacklos. Er würde eine nationale Erzählung zerstören. Über die komplexe Beziehung von Bauwerken
Will Scharf, der Mann mit den Mappen im Weißen Haus, hat als Chairman der National Capital Planning Commission den Bau von Trumps Triumphbogen vorangetrieben. Dieser verstößt gegen Gesetze und stößt auf breite Ablehnung. Der geplante Bogen soll die Sichtachse zwischen Lincoln Memorial und Arlington National Cemetery blockieren. Kritiker bezeichnen das Projekt als geschmacklos und politisch spaltend. Trump fantasiert bereits über weitere Umbaupläne in Washington, die wohl eher nicht Realität werden.
Aufmerksame Trump-Beobachter kennen Will Scharf als den Mann mit den Mappen. Der Jurist arbeitet als Staff Secretary, als eine Art Edelhilfskraft also, im Weißen Haus von Donald Trump. Zu seinen augenscheinlich vornehmsten Aufgaben gehört es, seinem Dienstherren bei den mittlerweile ritualhaften, live im Fernsehen übertragenen Signierzeremonien im Oval Office die Mappen mit den Präsidialdekreten zum Unterschreiben zu reichen. Scharf trägt sehr kurz deren Inhalt vor, wohl damit der hinterm Resolute Desk thronende Trump ungefähr weiß, was seinem Willen nach ab dann gelten soll in den Vereinigten Staaten von Amerika; der Präsident setzt mit fettem Sharpie seine überdimensionierte Unterschrift unter das Dokument und zeigt die geöffnete Mappe in die Runde, im Hintergrund stehen angetretene Honoratioren. Wenn die Kamera schwenkt, sieht man noch die mit Blattgold und Gemälden zugeklatschten Wände des Oval Office, der Raumgestalter und ehemalige Immobilienentwickler Trump mag es ja gülden, groß und vollgestellt; und dann kommt schon die nächste Mappe.
📌 Kaynak
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