Lage in der Ukraine: Bis zum Winter haben sie noch Zeit

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Lage in der Ukraine: Bis zum Winter haben sie noch Zeit

Selenskyj wendet sich an Putin, Europa bereitet sich auf Verhandlungen mit Russland vor. Doch ob der Krieg noch dieses Jahr enden kann, ist fraglich. Der Wochenrückblick

Ukrainischer Präsident Selenskyj fordert in einem offenen Brief an Putin ein Treffen zur Beendigung des Krieges, während Russland militärische Erfolge verkündet. Die Bundesregierung bereitet sich auf Verhandlungen vor, während die Ukraine mit erfolgreichen Drohnenangriffen punktet. Experten sehen einen Wendepunkt im Krieg und diskutieren die Chancen für einen Waffenstillstand. Trotzdem hängt das Ende des Konflikts maßgeblich von Putins Entscheidungen ab, die auch die AfD in St. Petersburg beeinflussen. Die EU plant Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine, während das Land russische Ziele angreift und sich mit Rumänien über eine fehlgeleitete Drohne streitet.

Undiplomatisch direkt und stellenweise persönlich ist der offene Brief an Wladimir Putin, den der ukrainische Präsident am Donnerstagabend auf seiner Website veröffentlicht hat. »Sie haben fast die Hälfte Ihrer 26 Jahre an der Macht damit verbracht, Krieg gegen die Ukraine zu führen (...) Die Ukraine schlägt vor, diesen Krieg zu beenden. (...) Ich schlage ein Treffen vor«, heißt es darin unter anderem.

Nur selten hat sich Wolodymyr Selenskyj in den vergangenen Jahren an den russischen Staatschef gewandt. Denn viel gab es nicht zu besprechen angesichts des Abgrunds zwischen den ukrainischen Minimal- und den russischen Maximalforderungen an die Bedingungen für ein Ende des Krieges. Doch jetzt signalisiert Selenskyj, dass die Zeiten sich geändert hätten, wenn er schreibt: »Genug vom Krieg.«

Knapp einen Monat zuvor war es Putin gewesen, der von der angeblichen Möglichkeit eines baldigen Friedens sprach. Der Krieg »neigt sich dem Ende zu«, sagte er am 9. Mai in Moskau – wenngleich es vor allem wohlwollende Interpretation ist, darin ein Angebot für Verhandlungen zu sehen. Schließlich ergänzte Putin seine Äußerung nicht nur um den Vorschlag, ausgerechnet Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) könne sich als Verhandler Europas an Gesprächen beteiligen. Sondern auch um die Behauptung, es sei die Lage an der Front, die ein Ende des Krieges näher bringe. Ebenso hielt es der russische Präsident am Sonntag, als er erneut von einem womöglich baldigen Frieden sprach, denn: »Unsere Truppen rücken an allen Frontabschnitten vor.«

Doch was sich zwischen den beiden Staatschefs abspielt, scheint dennoch mehr als ein Austausch von Propagandabotschaften zu sein. Schließlich bereitet sich auch die Bundesregierung auf baldige Verhandlungen mit Russland vor, in Absprache mit Frankreich und Großbritannien. Während die EU sich bei einem informellen Gipfel auf Zypern nicht auf einen gemeinsamen Verhandler einigen konnte, gehen die

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📌 Kaynak

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