Wirtschaftsforum Sankt Petersburg: Für Österreich ist es vorbei. Für Russland nicht
Wladimir Putins Wirtschaftsforum ist weniger global, als der es gern hätte. Auch aus Österreich ist kaum wer dort – also inszenieren die Russen einfach einen Dialog.
Karin Kneissl, ehemalige Außenministerin Österreichs, prophezeit beim Petersburger Wirtschaftsforum den Untergang Europas und preist Putin als »intelligenten Gentleman«. Trotz des Bedeutungsverlusts der Veranstaltung dient sie weiterhin als Bühne für russische Machtinszenierungen. Die enge Beziehung zwischen Österreich und Russland, geprägt von Geschäften und Naivität, hat auch nach politischen Veränderungen noch Auswirkungen. Die Kremlpropaganda nutzt weiterhin die alte Sonderbeziehung zu Österreich, um Normalität vorzutäuschen, während die Realität eine andere Sprache spricht. Trotzdem wird die Illusion einer freundschaftlichen Verbindung durch kulturelle Austauschprogramme aufrechterhalten, auch wenn die politischen Beziehungen längst abgekühlt sind.
Karin Kneissl fühlt sich sichtlich wohl. Sie hat gute Laune, lacht, grüßt ins Publikum. Und als sie das Wort ergreift, zuerst mit ein paar Brocken Russisch, dann wechselt sie ins Englische, ist sie ganz in ihrem Element. Was folgt, ist ihr Abgesang auf Europa, diesen marktzentrierten und seelenlosen »Militärblock«, der es doch nie schaffen werde, zu einem Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen zu werden.
Die ehemalige Außenministerin eines EU-Landes, die Europa vom Petersburger Wirtschaftsforum aus den Untergang prophezeit: Willkommen in der Welt von Karin Kneissl, die von 2017 bis 2019 auf einem Ticket der FPÖ das Außenministerium besetzte und mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf ihrer Hochzeit tanzte. »Politisch verfolgt« und beruflich »vernichtet« sei sie nach ihrer Amtszeit gewesen, beklagte sie seither immer wieder. Seit 2023 lebt sie mit ihren Hunden und Ponys in einem russischen Dorf, leitet einen staatlichen Thinktank in Sankt Petersburg und preist Putin als »intelligenten Gentleman«.
📌 Kaynak
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