Israels Wandel zum Feindbild

📌 Diğer 📰 Der Standard (AT) 🕐 3 saat önce
Israels Wandel zum Feindbild

Unter der westlichen gebildeten Jugend hat das Land massiv Glaubwürdigkeit verloren

Unter der westlichen gebildeten Jugend hat das Land massiv Glaubwürdigkeit verloren

35 Prozent der Österreicher sind der Meinung, dass "Israel die Palästinenser nicht viel anders behandelt, als die Deutschen im Zweiten Weltkrieg die Juden". Bei jungen Menschen – 16 bis 25 Jahre – sind es 41 Prozent.

Das ist das Ergebnis einer offiziellen Studie des österreichischen Parlaments von 2025.

Wer die öffentliche Debatte seither verfolgt hat, muss zu dem Schluss kommen: Es ist wohl noch krasser geworden. Israel gilt, wie man bei jeder Demo und auch im Alltag feststellen kann, besonders unter jungen Gebildeten, als brutale Kolonialmacht, die einen Völkermord an den Palästinensern begeht. Nicht nur in Österreich, auch in Europa und den USA.

Das stellt einen ungeheuren Paradigmenwechsel dar. Vor einigen Jahrzehnten galt Israel – und gilt in der offiziellen Politik noch immer –, noch als belagerter, von einer arabischen Übermacht ständig bedrohter Staat, dem besonders Österreicher und Deutsche aufgrund des Holocaust zur Solidarität verpflichtet waren.

Das hat sich, vor allem unter jungen, liberalen Gebildeten, stark geändert. Ein großer Teil setzt den geplanten industriellen Massenmord der Nazis, der auf die Vernichtung aller Juden ausgerichtet war, allen Ernstes gleich mit der zweifellos brutalen Kriegsführung der Israelis.

Die Studie hat übrigens in einer separaten Stichprobe auch türkisch-arabisch-Sprechende befragt. Da ist die Zustimmung zur Gleichsetzung "Israelis wie Nazis" wenig überraschend bei 57 Prozent.

Faktum ist, das Vorgehen der israelischen Regierung Netanjahu mit ihren rechtsextremen Koalitionspartnern wurde selbst immer krasser. Israel hat Gaza in einen Trümmerhaufen mit zehntausenden Ziviltoten verwandelt, ist gerade dabei, den Südlibanon in einen Trümmerhaufen zu verwandeln und radikale israelische Siedler betreiben im Westjordanland eine gewalttätige, auf Vertreibung und Annexion ausgerichtete Politik.

Man kann das für eine unverhältnismäßige, rücksichtslose Kriegsführung halten. Dennoch kann man das nicht mit dem Holocaust vergleichen, dem ideologischen Mord an sechs Millionen. Und – das ist das Bestürzende an der ganzen Sache – viele verdrängen und/oder bagatellisieren den Terrorüberfall der Hamas vom 7. Oktober 2023 mit seiner bestialischen, auch systematisch sexuellen Gewalt (Bericht einer israelischen Zivilkommission darüber: The Civil Commission’s Report on Oct 7th Sexual Violence - Silenced NO More).

Warum ist das so? Es gibt gerade unter der gebildeten Jugend eine fast automatische Solidarität mit Opfern von Unterdrückung. Vieles

📌 Kaynak

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