Nebenwirkungen bei Krebstherapien werden nicht ernst genug genommen

🏥 Sağlık 📰 Der Standard (AT) 🕐 4 saat önce
Nebenwirkungen bei Krebstherapien werden nicht ernst genug genommen

Die Intensität und Häufigkeit von Symptomen wird von medizinischem Personal oft unterschätzt. Innsbrucker Forschende arbeiten daran, dass Rückmeldungen von Patienten besser berücksichtigt werden

Die Intensität und Häufigkeit von Symptomen wird von medizinischem Personal oft unterschätzt. Innsbrucker Forschende arbeiten daran, dass Rückmeldungen von Patienten besser berücksichtigt werden

Die Therapie wirkt, doch die Nebenwirkungen beeinträchtigen den Alltag enorm. Der Patient hinterfragt dadurch sogar den Nutzen der Therapie selbst. Der Arzt nimmt die Nebenwirkungen zwar zur Kenntnis, schätzt sie aber als medizinisch nicht relevant ein. Die Heilung sei wichtiger als die Nebenwirkungen. Der Patient leidet weiter – und es entsteht ein Dilemma, das in der klinischen Praxis nur allzu oft vorkommt. Die ärztliche Einschätzung mag medizinisch nachvollziehbar sein, erfasst aber die tatsächliche Einschränkung der Lebensqualität oft nicht im ausreichenden Maß.

Medizinforschende arbeiten deshalb daran, sogenannte Patient-Reported Outcomes (PROs) – also von Patienten selbst berichtete Angaben zu Nebenwirkungen und Lebensqualität – besser in die medizinische Versorgung einzubinden. Systematische Erhebungen von Nebenwirkungen bei den Patienten sollen dabei nicht nur Teil des klinischen Alltags werden, sondern besonders auch in klinischen Studien, die der Zulassung einer Therapie vorausgehen, stärkeres Gewicht erhalten. Eine wichtige Grundlage dafür liefert nun eine internationale Studie, die von klinischen Psychologen der Medizinischen Universität Innsbruck geleitet wurde.

Bernhard Holzner, Leiter der Health Outcomes Research Unit an der Innsbrucker Universitätsklinik für Psychiatrie II, und sein Team erprobten den unmittelbaren Nutzen von Nebenwirkungsberichten, die von Patienten kamen, die verschiedene Krebstherapien durchliefen. Die Forschenden konnten in ihrer Publikation im Fachjournal The Lancet Oncology zeigen, dass die systematischen und mit digitalen Mitteln erhobenen Informationen die Beurteilung der Nebenwirkungen durch die Ärzte konsistenter – und damit zuverlässiger – machten.

Aktuell werden Nebenwirkungen von Therapien standardmäßig nach einer Systematik beurteilt, die die Common Terminology Criteria for Adverse Events, kurz CTCAE, zur Verfügung stellt. "Der Kriterienkatalog umfasst medizinisch leicht messbare Faktoren, die beispielsweise an Veränderungen im Blutbild abzulesen sind, aber auch Beurteilungen, für die Patienten befragt werden müssen. Dazu gehören etwa Schmerzen, chronische Erschöpfung oder Nebenwirkungen im gastrointestinalen Bereich, die im Zuge von Chemotherapien auftreten können", schildert Holzner. "Diese Nebenwirkungen werden vom behandelnden Mediziner erhoben und sind von dessen Interpretation geprägt. Bisherige Untersuchu

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📌 Kaynak

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