80 Jahre Trump, 250 Jahre USA und eine Fußball-WM: Imagepolitur verzweifelt gesucht
In den USA werden die frühsommerlichen Festspielwochen eingeläutet, der Staatschef braucht dringend gute Nachrichten – aber kann ihm die Ablenkung wirklich gelingen?
In den USA werden die frühsommerlichen Festspielwochen eingeläutet, der Staatschef braucht dringend gute Nachrichten – aber kann ihm die Ablenkung wirklich gelingen?
Kein anderer US-Präsident hat dermaßen katastrophale Beliebtheitswerte wie Donald Trump. Die frühsommerlichen Feierlichkeiten in den USA – sein eigener 80. Geburtstag, die Fußball-WM und der 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der USA von Großbritannien – könnten interessante Chancen für eine Imagepolitur sein. Doch er dürfte auch diese Chancen verspielen.
Die Vereinigten Staaten in den 1970er-Jahren waren ein unsicheres Land in einer turbulenten Zeit: Richard Nixon wurde zum ersten US-Präsidenten, der nach einem Skandal seinen Job abgeben musste; das bankrotte New York litt unter einer Kriminalitätswelle und dachte sogar über die Schließung des Central Parks nach; und Ende des Jahrzehnts erlebte die Nation nach zwei Öl- und Energiekrisen atemberaubende 13 Prozent Inflation. Der 4. Juli 1976 war aber ein Tag, an dem sich die Menschen überall in den USA an ihre Stärken erinnerten und gemeinsam das 200-jährige Bestehen ihres Landes feierten.
Die größten Stars ihrer Zeit spielten aufsehenerregende Konzerte: Elvis Presley sang rund ein Jahr vor seinem Tod in Tulsa, Oklahoma, America the Beautiful; die Eagles und Fleetwood Mac traten vor 40.000 Fans in Tampa, Florida, auf. Mit Elton John hatten selbst die im Unabhängigkeitskrieg unterlegenen Briten einen ihrer größten Promis geschickt. Er zeigte bei einem Konzert in Foxboro, Massachusetts, seine USA-Liebe – Krone und Robe warf er von sich, um in Satinshorts in den US-Farben rot-weiß-blau vor den Massen zu stehen. Die Botschaft war überall klar: Ein Land feiert fröhlich und vergisst für einige Momente die tiefe Spaltung. Wie anders schaut die Lage doch ein halbes Jahrhundert später aus!
Das Land ist wieder tief zerstritten – und Donald Trump könnte das 250-Jahr-Jubiläum der USA genauso wie die zuvor startende Fußball-Weltmeisterschaft ab 11. Juni oder die Feiern zu seinem eigenen 80. Geburtstag am 14. Juni als optimistische Großereignisse gut für sich gebrauchen. Doch Kritiker bezweifeln, ob die mehrwöchigen Trump-Festspiele wirklich zu einem Stimmungswechsel für den Präsidenten führen können – zu groß scheinen ihnen die Probleme bei jedem der drei Mega-Events.
Da ist allen voran die Fußball-Weltmeisterschaft, ausgerichtet vom Weltverband Fifa mit Gianni Infantino an der Spitze. Nach umstrittenen Turnieren in Russland und Katar sucht der Fifa-Boss jetzt die Nähe zum US-Präsidenten und übergab ihm im Dezember gar einen eigens ausgedachten Friede
📌 Kaynak
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