Andreas Herzog: "Österreich ist gut genug, dem Weltmeister ein Haxerl zu stellen"
Der zweimalige WM-Teilnehmer traut dem ÖFB-Team gegen Argentinien viel zu. Er warnt vor Jordanien, schwärmt von Kalifornien und erinnert sich an Kartnig-Besuche im Teamcamp
Der zweimalige WM-Teilnehmer traut dem ÖFB-Team gegen Argentinien viel zu. Er warnt vor Jordanien, schwärmt von Kalifornien und erinnert sich an Kartnig-Besuche im Teamcamp
Andreas Herzog war mit 103 Länderspielen Österreichs Rekordinternationaler, ehe er von Marko Arnautovic abgelöst wurde. Er kickte bei den WM-Endrunden 1990 (Italien) und 1998 (Frankreich) mit, erzielte am 23. Juni 1998 beim 1:2 gegen Italien in der Nachspielzeit aus einem Foulelfmeter Österreichs letzten WM-Treffer. Heuer freut sich Herzog darüber, dass er "im Alter von 57 Jahren noch einmal verliehen" wurde – nämlich als TV-Experte vom Privatsender Sky zum ORF.
STANDARD: Wer wird Weltmeister und warum eigentlich nicht Österreich?
Herzog: Einen Sensationsweltmeister gab es noch nie, den wird es auch diesmal nicht geben. Vielleicht gibt es einen überraschenden Semifinalisten oder sogar Finalisten wie Kroatien 2018, aber den Titel holt wieder ein Favorit. Also Frankreich, Spanien, Portugal oder ein Team aus Südamerika.
STANDARD: Portugal kommt für mich relativ überraschend daher.
Herzog: Portugal hat ein tolles Team. Das portugiesische Mittelfeld ist nicht viel schlechter als das spanische. Frankreich hat den größten, besten Kader, dann kommt Spanien, dann Portugal. Und mit Argentinien rechne ich eher als mit Brasilien. Aber Titelverteidigungen sind meistens schwierig, auch wenn Paris Saint-Germain das in der Champions League kürzlich widerlegt hat. Die Argentinier haben das größte Herz, geben alles für den WM-Titel. Natürlich muss man abwarten, welchen Impact ein Messi für Argentinien oder ein Ronaldo für Portugal noch hat.
Herzog: Außenseiter können immer wieder überraschen. Ich traue Holland, Kroatien, Kolumbien, Uruguay und auch der Schweiz ziemlich viel zu. Und wenn Österreich überrascht und unter die besten 16 oder gar acht kommt, wäre das optimal. Aber das ist vielleicht eher ein Wunschdenken. Wir haben eine gute Mannschaft, aber euphorisch brauchen wir nicht zu sein.
Herzog: Genau, da haben wir gesehen, dass wir jedem Gegner Probleme bereiten können. Aber dass es auch schnell zu Ende gehen kann. So streng bin ich schon, dass ich sage: In absoluten Entscheidungsspielen zeigt sich manchmal keine hundertprozentige Souveränität.
Herzog: Unsere Mannschaft hat einen tollen Teamgeist und kann ein hohes Tempo gehen, das heißt, sie kann spielerisch guten Gegnern Probleme bereiten. Aber Mannschaften auszukombinieren, die sich hinten hineinstellen, damit tut sie sich schwer.
STANDARD: Jordanien, Österreichs erster WM-Gegner, könnte eine solche Mannschaft sein.
Herzog: Jordanien i
📌 Kaynak
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