Charles Leclerc träumt seit sieben Jahren vom WM-Titel mit Ferrari. Geht sich das noch irgendwann aus?
Seit 2019 fährt der Monegasse für die Scuderia. Der WM-Triumph war trotz einzelner Highlights meist weit entfernt. Nun hat Leclerc den Vertrag verlängert
Seit 2019 fährt der Monegasse für die Scuderia. Der WM-Triumph war trotz einzelner Highlights meist weit entfernt. Nun hat Leclerc den Vertrag verlängert
Sempre Rosso. Immer rot. Unter diesem Motto gab Ferrari-Pilot Charles Leclerc in dieser Woche seine Vertragsverlängerung für "die kommenden Saisonen" bekannt. Bis wann genau wurde – wie in der Formel 1 immer öfter – nicht kommuniziert. Das Ziel des 28-Jährigen bleibt klar: „Die WM nach Maranello zurückzubringen". Die große Frage: Geht sich das in seiner Karriere noch aus?
Der italienische Traditionsrennstall lechzt seit fast 20 Jahren nach dem Fahrertitel. 2007 triumphierte der Finne Kimi Räikkönen. Felipe Massas Titelträume im Jahr darauf platzten beim letzten Rennen in Brasilien. Seither sind viele große Namen, allesamt Ex-Weltmeister, an der Mission gescheitert: Fernando Alonso (2010-2014), Räikkönen (2014-2018) und Sebastian Vettel (2015-2020).
Hoffnungsträger Leclerc fuhr 2019 seine erste Saison für die Scuderia, Premierensieg in Spa inklusive. Gegen Ende des Jahres vermutete die Konkurrenz Unregelmäßigkeiten beim Ferrari-Motor, der Automobilverband FIA einigte sich später mit dem Rennstall auf eine "Anzahl technischer Verpflichtungen". Das Stallduell mit Vettel verlief teils hitzig, die Teamkollegen kollidierten in Brasilien 2019 und in Österreich 2020. Ansonsten hinkte Ferrari hinterher. Corriere dello Sport schrieb damals über Leclerc: "Maranello setzt auf den richtigen Piloten, doch ob das Talent des Monegassen reichen wird, um die Mängel des Autos zu kompensieren, ist eine offene Frage."
2022 startete Leclerc mit zwei Siegen in den ersten drei Saisonrennen. Ganz Italien träumte vom Titel. Dann kam eine Pannenserie: Dreher in Imola. Ausfälle wegen technischer Probleme als Führender in Barcelona und Baku. Verpatzte Boxenstoppstrategien in Monaco und Silverstone. Ein "inakzeptabler" Fahrfehler in Le Castellet. "Leclercs WM prallt gegen eine Mauer, der WM-Titel rückt für Ferrari in weite Ferne“, schrieb die Gazzetta dello Sport. Und Tuttosport? "Ferrari hat zwar das schnellste Auto, schlägt aber daraus keinen Profit."
Der begnadete Qualifier Leclerc brachte zu selten die Pole Position ins Ziel. Seine Bilanz insgesamt: 18,5 Prozent Siegquote bei Starts von Rang eins (5/27). Lewis Hamilton hält bei 58,6 Prozent, Verstappen bei 77. Der Niederländer, der Leclerc bereits in der Kart-WM 2013 geschlagen hatte, holte auch dank einer überragenden zweiten Saisonhälfte 2022 den Titel. Fred Vasseur, der Leclerc von Nachwuchsrennen und Alfa Romeo kannte, löste Mattia Binotto als Ferrari-Teamchef ab.
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