Was bringt der Sitz im UN-Sicherheitsrat?
Bei aller Problematik: Österreich kommt etwas aus seiner Rolle als internationaler Non-Player heraus
Bei aller Problematik: Österreich kommt etwas aus seiner Rolle als internationaler Non-Player heraus
Die diplomatischen Vertreter Österreichs bei der Uno sind sich jubelnd um den Hals gefallen: Wir haben die Wahl für einen zweijährigen Sitz im UN-Sicherheitsrat als nichtständiges Mitglied gewonnen. Warum? Was bringt das Österreich?
Dass wir über den Kandidaten Deutschland gesiegt haben, mag eine nationalpsychologische Rolle spielen. Aber der eigentliche Punkt liegt darin, dass wir aus unserem Status als internationaler Nicht-Mitspieler wieder etwas heraustreten können (wir waren schon dreimal nichtständiges Mitglied).
Der Sicherheitsrat mit seinen fünf ständigen Mitgliedern (USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien) und den zehn nichtständigen hat eine (schwankende) Geschichte: In seinen großen Zeiten gab er militärischen Aktionen gegen Aggressoren eine völkerrechtliche Legitimation: 1950 gegen Nordkoreas Überfall auf Südkorea; in den Neunzigern Eingreifen gegen den serbischen Angriff im Kosovo und in Bosnien; 1991 im ersten Irakkrieg bei der Vertreibung von Saddam Hussein aus Kuwait (möglich gemacht dadurch, dass sich die Sowjetunion heraushielt). Es gab aber auch furchtbares Versagen: 1994 beim Völkermord in Ruanda.
Heute werden die UN von den Trump-USA, von Putin und von China machtlos gehalten. Aber die UN und ihr Sicherheitsrat sind grundsätzlich immer noch ein Rest an internationaler Ordnung. Wir sind jetzt dabei. (Hans Rauscher, 4.6.2026)
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📌 Kaynak
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