Die EU sollte die Ukraine nun rasch als "assoziiertes Mitglied" aufnehmen
Auch wenn Ungarn sein Veto gegen die Beitrittsverhandlungen nun endlich aufgehoben hat, wird Kyjiw so schnell kein reguläres Mitglied des Brüsseler Klubs
Auch wenn Ungarn sein Veto gegen die Beitrittsverhandlungen nun endlich aufgehoben hat, wird Kyjiw so schnell kein reguläres Mitglied des Brüsseler Klubs
Die Tür mag sich für Kyjiw am Mittwoch einen Spalt weit geöffnet haben. Auf absehbare Zeit wird die Ukraine aber wohl trotzdem kein EU-Mitglied sein. Auch Ungarns neuer Premier Péter Magyar, der Viktor Orbáns Veto gegen die Aufnahme von Gesprächen mit Kyjiw aufgehoben hat, hält schließlich nichts von einem Express-Beitritt.
Formell kann ein Land, das sich im Krieg befindet, ohnehin nicht EU-Mitglied werden. Tragischerweise auch dann nicht, wenn es Opfer eines Aggressors wurde. Der Beitrittsprozess mit der Ukraine würde aber auch ohne den russischen Krieg Jahre dauern, wenn nicht Jahrzehnte. Am Ende müssen dann alle darüber abstimmen.
Die EU täte deshalb jetzt gut daran, sich an den Vorschlag von Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz zu erinnern. Um die Ukraine rasch an Europa zu binden, soll die Union sie als "assoziiertes Mitglied" aufnehmen, forderte er Mitte Mai. Kyjiw säße dann in Brüssel mit am Tisch, wenn auch ohne Stimmrecht. Dafür wäre auch keine komplizierte Vertragsänderung nötig, sondern nur der politische Wille der Mitgliedsländer, so Merz.
Der Kanzler hat recht, wenn er sagt, die Ukraine in der EU sei eine "geopolitische Notwendigkeit". Aber auch die Kritiker haben einen Punkt, wenn sie monieren, dass schon die bisherigen Erweiterungen die Union bisweilen überdehnt haben.
Eine Mischform, wie Merz sie vorschlägt, wäre vielleicht die beste aller Welten, die Kyjiw und Brüssel miteinander verbinden. Zumindest vorerst. (Florian Niederndorfer, 4.6.2026)
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📌 Kaynak
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