Schapur II. und sein Zug gegen Arabien
Die geografischen Herausforderungen der berühmten Offensive und ihre Auswirkungen auf Imperien und deren Politik.
Die geografischen Herausforderungen der berühmten Offensive und ihre Auswirkungen auf Imperien und deren Politik.
Im Gastblogbeitrag gibt Clemens Steinwender, Dissertant am Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik an der Universität Innsbruck, Einblicke in eine spannende Periode der persischen Spätantike – den Kriegszug Schapurs II. gegen arabische nomadische Konföderationen auf der Arabischen Halbinsel. Und er erklärt, wie diese Zeitspanne Niederschlag in historischen Quellen sowie religiösen Schriften des Sasanidenreichs fand.
"Während der Herrschaft von Shāpūr, dem Sohn von Hormizd, kamen die Araber und eroberten die Ufer des Flusses Ulē. Viele Jahre lang hielten sie diese mit Kavallerieangriffen besetzt, bis Shāpūr den Thron bestieg, die Araber vertrieb und ihnen das Land wegnahm. Er vernichtete viele arabische Könige und richtete großes Blutvergießen an." Aus diesem kurzen Ausschnitt aus dem Bun-dahišn, einem religiösen Text, der zur Zeit der Sasaniden (224–651 n. Chr.) verfasst wurde, lässt sich ein von der Arabischen Halbinsel ausgehendes Bedrohungsszenario erkennen. Schapur II. (309–379 n. Chr.) schlug dabei erbarmungslos zurück.
So groß war seine Rache, dass er als Schapur der Schulterdurchstecher, Niederschlag in den Quellen fand. Dabei war der Kriegszug auf die arabische Halbinsel natürlich alles andere als ein einfaches Unternehmen, wie uns die kurze Stelle aus dem religiösen Werk fälschlicherweise vermittelt. So musste Schapur II. vor allem eines bedenken – die Beschaffenheit der arabischen Halbinsel. Denn diese war von zahlreichen geografischen Herausforderungen, wie Wüsten, geprägt. Der Einfluss dieses Faktors war so groß, dass er die Beziehung des persischen Imperiums zu ihren südlichen Nachbarn nachhaltig prägte.
Schon sein Weg zum König war alles andere als einfach. Als sein Vater Hormizd II. (reg. 302–309 n. Chr.) starb, kam es zu Thronwirren. Der aufmüpfige Adel nahm Einfluss auf die Nachfolge: Aufgrund dessen starb ein Sohn, ein Zweiter wurde geblendet und ein Dritter musste sogar zu den Römern fliehen! Die Wahl fiel auf den vierten Sohn, den noch ungeborenen Schapur II., der laut manchen Quellen schon im Mutterleib zum König ausgerufen wurde.
Trotz eines starken Adels und eines sehr jungen Königs, Faktoren, die auf einen leicht beeinflussbaren Monarchen schließen ließen, entwickelte der junge Schapur aber eine eigenständige Politik. Er schüttelte die ihm von seinen zahlreichen Beratern und Höflingen auferlegten Ketten ab, die ihn zurückhielten, und sollte zu einem der größten Könige werden, die das sasanidische Imperiu
📌 Kaynak
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