Weil Putin an der Front die Optionen ausgehen, will er die Ukraine nun in die Erschöpfung bomben
Gegen Kyjiws innovative Drohnen erweist sich Russlands Armee als hilflos. Deshalb setzt der Kreml auf noch mehr Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung
Gegen Kyjiws innovative Drohnen erweist sich Russlands Armee als hilflos. Deshalb setzt der Kreml auf noch mehr Terror gegen die ukrainische Zivilbevölkerung
Den PR-Termin in seiner Heimatstadt hatte sich Wladimir Putin wohl ganz anders vorgestellt. Ein Zeichen der Stärke wollte der russische Machthaber beim St. Petersburg International Economic Forum setzen. Russland, so die Botschaft, lässt sich weder von westlichen Sanktionen noch von ukrainischen Drohnen unterkriegen. Neben einigen Delegierten aus der zweiten Reihe europäischer Rechtsaußenparteien hatte sich sogar ein Abgesandter von US-Präsident Donald Trump angesagt.
Bloß: Es sollte anders kommen. Als hätte es einen Beleg dafür gebraucht, dass die Ukraine mit ihren Drohnen den Krieg erfolgreich zurück in das Land des Aggressors zu tragen vermag, gingen just am Eröffnungstag des Treffens Bilder von Rauchsäulen um die Welt, die von brennenden Ölterminals aus in den Himmel über St. Petersburg stiegen. Szenen mit Symbolkraft.
Nach vier Jahren Krieg, der eigentlich nur wenige Tage hätte dauern sollen, gerät Russland nämlich auch an der Front in der Ukraine selbst ins Hintertreffen. Seine Truppen kommen seit Monaten kaum mehr vom Fleck, mit ihren hochmodernen Drohnen kappt die ukrainische Armee nach und nach die Nachschublinien in den besetzten Gebieten im Süden und Osten des Landes. Sogar die Versorgung der seit 2014 besetzten Krim könnte früher oder später zum Problem für Russland werden, sagen Fachleute.
Angesichts der düsteren Wirtschaftslage fällt es dem Kreml zudem immer schwerer, die immensen Verluste an der Front durch teure Rekrutierungen von Vertragssoldaten auszugleichen. Eine zumindest stagnierende, wenn nicht sogar schrumpfende Invasionsarmee dürfte aber sogar hinter Putins Minimalziel zurückbleiben: die Kontrolle über den gesamten Donbass. Eine weitere, in der Bevölkerung unpopuläre Teilmobilmachung käme freilich einem Eingeständnis gleich, dass sich der Kreml mit seinem Krieg gegen die Ukraine in eine strategische Sackgasse manövriert hat. Ein Dilemma, das vermutlich nicht einmal Russlands Propagandisten glaubhaft erklären könnten.
Auch wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag Putin in einem persönlichen Brief zu direkten Verhandlungen über ein Kriegsende aufforderte, gibt es bisher keinerlei Anzeichen, dass der Kreml seine Ziele zurückschraubt. So bleibt Putin nur mehr die Flucht in eine weitere Eskalation. Einerseits könnte er versuchen, die ukrainische Bevölkerung mittels der sogenannten "vertikalen Eskalation" so lange mit seinen Raketen und Drohnen mürbe z
📌 Kaynak
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