Zwischen Unterricht und Überforderung: "Immer hörst du, dass du so viel Ferien hast"
Viele Lehrende kämpfen mit psychischer Belastung, konkrete Unterstützung im Berufsalltag ist jedoch rar. Zwei Pädagoginnen wollen Abhilfe schaffen
Viele Lehrende kämpfen mit psychischer Belastung, konkrete Unterstützung im Berufsalltag ist jedoch rar. Zwei Pädagoginnen wollen Abhilfe schaffen
Eine Aussage hallte bei Sandra, die eigentlich anders heißt, lange nach. "Sie haben jetzt eh nichts zu tun", sagte ihr eine Ärztin einmal im August. Sandra ist Volksschullehrerin, den Arzttermin hatte sie in ihren Sommerferien. Und eigentlich kennt sie solche Kommentare nur zu gut. Diesen konkreten Satz habe sie aber einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen, erzählt sie. Denn: Offiziell hatte die 28-Jährige noch frei, inoffiziell waren die Vorbereitungen für das neue Schuljahr längst angelaufen. "Immer hörst du, dass du so viel Ferien hast und so wenige Stunden arbeiten musst. Das ist sehr belastend", sagt sie.
Dass ihr Beruf hierzulande keinen besonders guten Ruf genießt, bedrückt nicht nur Sandra. Viele Pädagoginnen und Pädagogen kämpfen mit der geringen Wertschätzung in der Gesellschaft. Gleichzeitig zehren auch eine hohe Arbeitsbelastung und emotionale Anforderungen – etwa im Umgang mit Schülern, Eltern und Kolleginnen – an ihrer Psyche.
Mehr als die Hälfte der Lehrkräfte in Österreich fühlt sich laut der jüngsten OECD-Studie Talis (Teaching and Learning International Survey) durch ihre Arbeit ziemlich oder sehr gestresst. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Jahr 2018 und ein Wert deutlich über dem EU-Durchschnitt von 43 Prozent. Eine am Dienstag veröffentlichte Online-Umfrage der Johannes-Kepler-Universität und des Österreichischen Bundesverlags kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Jede zweite Lehrkraft ist durch ihre Arbeit psychisch belastet.
Was hilft? Bei Sandra war es eine Zoom-Konferenz mit Teacher Support. Mit Menschen zu sprechen, die keine Kolleginnen und Kollegen sind, aber dieselben Erfahrungen gemacht hätten. Bei denen man die Wut rauslassen könne und die einem auch Anerkennung schenkten.
Zwei Pädagoginnen umfasst das 2023 unter dem Dach der gemeinnützigen Organisation "Wirkt" gegründete Projekt derzeit. Beide haben an Schulen unterrichtet und besitzen traumapädagogische und psychosoziale Ausbildungen. Mittels individueller Gespräche, schulinterner Weiterbildungen, (Online)-Workshops und Schulbegleitungen wollen sie Lehrkräften im Pflichtschulbereich helfen, die Hilfe brauchen. Es ist eine große Aufgabe für ein kleines Team.
Grundsätzlich gibt es bereits punktuelle Angebote und Unterstützung für Lehrkräfte: Fast alle Pädagogischen Hochschulen (PH) in Österreich bieten etwa Lehrgänge und Fortbildungen zu Mental Health, Resilienz sowie Achtsamkeit und Supervision an. Seit 2019 begleitet die I
📌 Kaynak
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